Holzenergie bleibt klimaneutraler Schlüssel zur sicheren und bezahlbaren Wärmeversorgung
Die Diskussion um eine mögliche CO₂-Bepreisung von Brennholz stößt bei der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) auf deutliche Kritik. Aus fachlicher Sicht sei eine Gleichstellung mit fossilen Energieträgern nicht gerechtfertigt, da Holzenergie als klimaneutral gilt und eine sehr gute Emissionsbilanz aufweist.
Moderne Holzheizungen arbeiten effizient und emissionsarm. Vor diesem Hintergrund fordert die FNR, den Fokus stärker auf den Ausbau erneuerbarer Wärmequellen zu legen, anstatt zusätzliche Belastungen für Holzbrennstoffe zu diskutieren.
Holzenergie als Baustein der Wärmewende
Angesichts steigender Energiepreise und Versorgungsrisiken, insbesondere bei Erdgas, sieht die FNR dringenden Handlungsbedarf. Effiziente und emissionsarme Heizwerke auf Basis von Holz könnten kurzfristig zur Stabilisierung der Wärmeversorgung beitragen.
Insbesondere in den Wintermonaten, wenn andere erneuerbare Energiequellen an ihre Grenzen stoßen, kann Holzwärme zuverlässig Wärme liefern und in bestehende Wärmenetze eingespeist werden. In Kombination mit Technologien wie Solarthermie und Wärmepumpen ergibt sich ein flexibles und resilientes Versorgungssystem.
Großes Potenzial durch Rest- und Energieholz
Deutschland verfügt über erhebliche ungenutzte Potenziale bei Biomasse und Restholz. Ein Großteil des eingesetzten Energieholzes stammt nicht direkt aus dem Wald, sondern fällt als Nebenprodukt in industriellen Prozessen oder als Abfallholz an.
Diese Form der Kaskadennutzung ermöglicht eine besonders effiziente Verwendung der Ressource. Gleichzeitig ist die nachhaltige Herkunft durch gesetzliche Vorgaben und Zertifizierungssysteme wie PEFC und FSC abgesichert.
- Über 75 % der Waldfläche sind zertifiziert
- Nachhaltigkeitsnachweise entlang der gesamten Lieferkette sind verpflichtend
- Auch importierte Holzbrennstoffe unterliegen etablierten Zertifizierungen
Bedeutung für die Energieversorgung
Mehr als die Hälfte des Endenergieverbrauchs in Deutschland entfällt auf die Wärmenutzung. Ein erheblicher Anteil wird weiterhin durch fossile Energieträger gedeckt. Erneuerbare Wärme macht bislang rund 15 Prozent aus, wobei Holzenergie etwa zwei Drittel dieses Anteils liefert.
Mit einem Beitrag von 134 Terawattstunden deckt Holzwärme rund sechs Prozent des gesamten Endenergieverbrauchs. Ergänzend tragen auch Biogas und Biomethan zur klimafreundlichen Wärmeversorgung bei.
Effizienz und Klimaschutz im Fokus
Die Emissionsbilanz von Holzenergie wird regelmäßig durch das Umweltbundesamt bestätigt. Im Vergleich zu anderen Technologien gilt sie als kosten- und fördereffizient in der CO₂-Vermeidung.
Unabhängig davon betont die FNR die Notwendigkeit, den Energieverbrauch insgesamt zu senken. Der Ausbau erneuerbarer Energien und Effizienzmaßnahmen müssen Hand in Hand gehen, um die Wärmewende nachhaltig voranzutreiben.
