Verbände und Organisationen

Bundeskongress Forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse: Trends und Themen für den Wald

Der 22. Bundeskongress Forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse (BUKO) beleuchtete die Rolle der FWZ für den Erhalt des deutschen Privat- und Kommunalwaldes. Die Veranstaltung thematisierte fachspezifische Inhalte und aktuelle politische Fragen, insbesondere im Kontext des Klimawandels und neuer EU-Regulierungen.

Förderrahmen für Forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse und ihre Bedeutung

Claudia Müller, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung (BMEL), hob die Bedeutung der FWZ hervor:

Forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse sind als Selbsthilfeorganisationen des privaten und kommunalen Waldbesitzes in Deutschland nicht nur Dienstleister und Repräsentanten Hunderttausender Waldeigentümerinnen und Waldeigentümern, sondern auch wichtige Ansprechpartner für die Politik. Der BUKO ist als Plattform für den fachlichen und politischen Austausch daher ein wichtiges Instrument.

Bernt Farcke, Abteilungsleiter im BMEL, ging auf die Förderpolitik der Bundesregierung für die FWZ ein. Im Rahmen der Förderung in der Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz (GAK) bilden die FWZ einen eigenen Förderbereich. Müller betonte weiter, dass die Leistungen des Ökosystems Wald unbezahlbar seien, jedoch durch die Klimakrise bedroht würden. Die Förderung spiele eine wichtige Rolle bei der Stärkung der Resilienz von Wäldern. Dabei sei es wichtig, dass auch FWZ, insbesondere in ehrenamtlichen Strukturen, von entsprechenden Finanzierungsinstrumenten profitieren könnten.

Politische Herausforderungen und die EUDR-Verordnung

AGDW-Präsident Prof. Andreas Bitter sprach auf dem BUKO über das politische Umfeld der FWZ.

Immer neue regulatorische Lasten beeinträchtigen das Agieren der FWZ auf den Märkten und bedrohen damit auch die FWZ als bewährte Organisationsform.

Als eine dieser Belastungen nannte er die EU-Verordnung zu entwaldungsfreien Lieferketten (EUDR). Prof. Bitter bemängelte, dass die EUDR mit ihren Vorgaben zu Sorgfalts- und Dokumentationspflichten eine massive Belastung für Waldbesitzende und insbesondere für FWZ darstelle. Er forderte eine deutliche zeitliche Verschiebung der EU-Verordnung und verwies auf die Unterstützung zahlreicher EU-Mitgliedstaaten, darunter Deutschland, für eine solche Verschiebung.

Die Auswirkungen politischer Veränderungen auf den Holzmarkt und die Branchenstrukturen wurden auf dem BUKO in Foren und auf Podien diskutiert, von der EU- über die Bundes- bis zur Länderebene.

Geschäftsfelder und die Rolle des Ehrenamtes

Neben der Holzvermarktung als Kernaufgabe bieten FWZ ihren Mitgliedern oft weitere Dienstleistungen an. Ein neuer Kennzahlenvergleich auf dem BUKO verdeutlichte die Einschätzung aktueller und potenzieller künftiger Geschäftsfelder. Andreas Täger, Sprecher des Initiativkreises Forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse, hob hervor:

Nicht erst seit den Dürreperioden der vergangenen Jahre erschließen sich FWZ zunehmend neue Geschäftsfelder. Beides, Bündelung des Rundholzangebots und weitere Dienstleistungen, untermauert die wichtige Funktion von FWZ nicht nur für viele Waldbesitzer, sondern auch für die wirtschaftliche Entwicklung ländlicher Räume.

Das Spektrum bestehender und möglicher künftiger Aufgaben für FWZ wurde an fünf Thementischen erörtert. Die Diskussionen reichten von Risikomanagement bei Holzgeschäften und Warenkreditversicherungen bis hin zu Windkraft im Kleinprivatwald und dem Handel mit CO2-Zertifikaten (Carbon Credits).

Ein weiterer Schwerpunkt der Fachvorträge war die Rolle des Ehrenamtes in den FWZ. Prof. Bitter resümierte, dass der Bundeskongress gezeigt habe, wie FWZ die Zukunft der Branche mitgestalten können, sofern eine ausreichende Finanzierung und die notwendige Flexibilität gewährleistet sind.

11.09.2024

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