Von der Geschichte bis zur Neuentdeckung der Zwetschge
Die Geschichte der Zwetschge reicht weit zurück. Sie soll von Alexander dem Großen aus Asien nach Persien gebracht worden sein. Karl der Große förderte später den Zwetschgenanbau. In Franken fühlen sich Zwetschgenbäume auf sandigen Böden besonders wohl und prägen das Landschaftsbild. Über 80 Prozent der bayerischen Zwetschgen-Anbauflächen befinden sich in Franken.
In den letzten Jahrzehnten nahm der Anbau jedoch ab. Frost, Krankheiten und mangelnde Wirtschaftlichkeit führten zu einer erheblichen Dezimierung der Baumbestände. Von ehemals großen Anbauflächen sind in Franken nur noch 360 Hektar erwerbsmäßig bewirtschaftet.
Es waren Visionäre mit Geschmack, die den Grundstein für das Zwetschgenland Franken legten.
Dies betonte Dr. Hermann Kolesch, Präsident der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG), bei der Produktpräsentation in Volkach.
Produktinnovationen und Zukunftsperspektiven
Im Rahmen der Premiumstrategie für Lebensmittel des Bayerischen Landwirtschaftsministeriums wurden in Zusammenarbeit mit regionalen Erzeugern neue Potenziale der Zwetschge erschlossen.
Wie damals braucht es auch jetzt wieder mutige Visionäre, die das Potenzial der Zwetschge wiederentdecken und den Geschmack Frankens auf neue Weisen interpretieren.
Dies erklärte Georg Bätz, Leiter des LWG-Institutes für Weinbau und Oenologie und Projektverantwortlicher des Projekts „Inwertsetzung der Fränkischen Zwetschge“.
Es entstanden einzigartige Geschmackserlebnisse, die Franken neben dem Wein ein weiteres Leitprodukt verschaffen könnten. Prof. Dr. Richard Balling vom Bayerischen Landwirtschaftsministerium hob die Bedeutung dieser Entwicklungen hervor.
Die Zwetschge wird somit neben dem Wein zu einem wichtigen Bestandteil des fränkischen kulinarischen Erbes. Artur Steinmann, Präsident des Fränkischen Weinbauverbandes, sieht eine vielversprechende Zukunft:
Gerade die bei uns in Franken einzigartige Kombination von Weinbau, Brennereien und Tourismus könnte der noch im Dornröschenschlaf liegenden fränkischen Zwetschge eine facettenreiche kulinarische Zukunft bescheren und die heimische Wirtschaft stärken.
Die Entwicklung der Produkte, an der Studenten der Hochschule Würzburg-Schweinfurt und Sterneköche beteiligt waren, ist abgeschlossen. Zwölf neue Zwetschgen-Produkte, darunter Zwetschgen-Wurst, Zwetschgen-Senf, Zwetschgen-Essig und Zwetschgen-Rub, sind ab sofort an ausgewählten Verkaufsstellen erhältlich. Die Akzeptanz bei den Konsumenten wird zeigen, ob diese Kreationen einen festen Platz neben dem Bocksbeutel finden.

