Das Königsauer Moos: Einzigartiger Lebensraum und Artenvielfalt
Im Königsauer Moos rasten über 100 verschiedene Zugvögel. Es ist Brutplatz und Kinderstube von Kiebitz und Brachvogel, der hier seinen besten Bruterfolg in Bayern erzielt. Und der Naturfreund entdeckt im Sommer den seltenen Moorbläuling-Schmetterling oder die noch von der Eiszeit zeugende Mehlprimel.
Bereits im Jahr 1990 erkannte der Freistaat die ökologische Bedeutung des Gebiets. Seitdem wurde der Erwerb von 140 Hektar des Unteren Isartals zwischen Landshut und Wallersdorf durch den Landkreis mit Mitteln des Naturschutzfonds unterstützt. Diese Flächen dienen als Lebensraum für bedrohte Pflanzen und Tiere und werden schonend sowie naturgerecht bewirtschaftet. Teilweise erfolgt eine Wiedervernässung der Flächen.
Durch die Zusammenarbeit von Landkreis, Landwirten, Gemeinden, Regierung von Niederbayern, Amt für ländliche Entwicklung, Naturschutzverbänden und dem Landschaftspflegeverband soll das Königsauer Moos als Keimzelle der Artenvielfalt langfristig bewahrt und verbessert werden.
Moore als Klimaschützer und wichtige Lebensräume
Intakte Moore sind Refugien für bedrohte Tier- und Pflanzenarten und tragen zum Hochwasserschutz bei. Sie saugen Niederschläge auf und geben das Wasser langsam an Bäche und Gräben ab. Ein austrocknender Moorboden hingegen zersetzt sich, wodurch klimaschädliches Kohlendioxid und grundwasserschädliches Nitrat freigesetzt werden.
Moore sind Alleskönner, ihre Wiederherstellung ist ein Herzstück bayerischer Umweltpolitik.
Das Königsauer Moos, gelegen im unteren Isartal zwischen Dingolfing und Pilsting, zählt zu den letzten großen Niedermoorgebieten Bayerns. Aufgrund seines besonderen naturschutzfachlichen Wertes wurde es von der Europäischen Union als Fauna-Flora-Habitat- und Vogelschutzgebiet in das europäische Lebensraumnetz Natura 2000 aufgenommen. Die ausgedehnten Niedermoore bildeten sich in der Nacheiszeit vor etwa 1000 Jahren.
Historisch wurde der Torf im Königsauer Moos lange Zeit als Brennmaterial genutzt. Die Ende des 19. Jahrhunderts begonnene Isar-Regulierung führte zu einer starken Entwässerung der Moorböden.