Nachhaltige Grabgestaltung für Bienen und Insekten
Der Bund deutscher Friedhofsgärtner (BdF) im Zentralverband Gartenbau e.V. hat auf der Bundesgartenschau (BUGA) zwei Gräber mit insektenfreundlichen Stauden bepflanzt. Dieses Projekt, bekannt als „AzuBienen-Gräber“, reagiert auf den Rückgang der Bienenpopulationen.
Die BdF-Vorsitzende Birgit Ehlers-Ascherfeld leitet junge Friedhofsgärtner und Auszubildende in Havelberg an, die für die Gestaltung der Gräber verantwortlich sind. Die Ausstellungsgräber werden während der BUGA-Laufzeit dreimal neu bepflanzt: im Frühjahr, Sommer und Herbst.
Aktuell zeigen sich die Ruhestätten im Ausstellungsteil „Grabgestaltung und Denkmal“ in einer farbenfrohen Gestaltung. Begonien in kräftigem Orange, blaue Vanilleblumen und zartweißer Zauberschnee sind einige der verwendeten Pflanzen.
Ich bin sehr stolz auf den Friedhofsgärtner-Nachwuchs. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.
Das Projekt findet auch bei den Besuchern der Bundesgartenschau Anklang. Informationsflyer über die Gräber und die verwendeten Pflanzen werden stark nachgefragt. Besucher erkundigen sich zudem nach Bezugsquellen für die Stauden und bitten um Pflanztipps für den eigenen Garten oder für Gräber.
Viele Besucher möchten von uns außerdem wissen, wo sie die Stauden besorgen können. Oder sie lassen sich Pflanztipps geben, für ihren Garten oder das Grab eines lieben Verstorbenen. Dass unser Projekt Schule macht, und dadurch neuer Lebensraum für Bienen und Insekten entsteht, freut mich sehr.
Das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt unterstützt das Projekt „AzuBienen-Gräber“.
Der Ausstellungsteil Grabgestaltung und Denkmal
Besucher der Bundesgartenschau können bis zum 11. Oktober 2015 am Standort Havelberg insgesamt 70 Mustergräber besichtigen. Ein Rundweg führt zu 15 Urnengräbern, 20 Einzelgräbern und 25 Doppelgräbern. Zusätzlich zu den traditionellen, rechteckigen Gräbern gibt es zehn Grabflächen in fließenden Formen. Diese entsprechen in ihrer Größe Doppelgräbern und repräsentieren eine moderne, individuelle Grabgestaltung.
Die Friedhofsgärtner setzen mit der Saisonbepflanzung im Frühjahr, Sommer und Herbst farbliche Akzente. Eine Fachjury bewertet die Gräber nach jedem Pflanztermin und vergibt Medaillen und Ehrenpreise nach einem Punktespiegel. Die drei Gräber mit den höchsten Bewertungen über die gesamte Laufzeit erhalten den Staatsehrenpreis. Die „AzuBienen-Gräber“ sind von dieser Bewertung ausgenommen.
Die Pflege des Ausstellungsteils wird von jungen Friedhofsgärtnern und Auszubildenden aus dem gesamten Bundesgebiet übernommen. Sie sind jeweils für zehn Tage in Havelberg, um unter Anleitung einer erfahrenen Friedhofsgärtnerin ihr Fachwissen und praktisches Können zu erweitern. Im Pavillon der Friedhofsgärtner und Steinmetze können sich Besucher zudem umfassend zum Thema Grabgestaltung informieren.
