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Fuso Canter E-Cell: Praxistest belegt Wirtschaftlichkeit und Umweltfreundlichkeit

Ein einjähriger Feldversuch in Portugal mit acht Fuso Canter E-Cell Fahrzeugen zeigt deutliche Einsparungen bei den Betriebskosten und eine Reduzierung der CO2-Emissionen. Die Datenanalyse belegt eine Betriebskosteneinsparung von 64 Prozent und eine signifikante Umweltfreundlichkeit.

Erfolgreicher Praxistest im Transport-Alltag

Der batterie-elektrisch angetriebene Canter E-Cell wurde im Hybrid Kompetenzcenter von Daimler Trucks in Kawasaki entwickelt. Als lokal emissionsfreier und nahezu geräuschloser leichter Lastwagen eignet er sich für den Einsatz in emissions- und geräuschempfindlichen Gebieten wie Innenstädten, Parks und Fußgängerzonen. Um die Praxistauglichkeit zu demonstrieren, startete Fuso Mitte 2014 einen Feldversuch mit acht Vorserienmodellen in Portugal. Die Fahrzeuge, ausgestattet mit Pritschen- und Kofferaufbauten, wurden in Kurier- und Speditionsunternehmen sowie bei Gemeinden und städtischen Gartenbaubetrieben eingesetzt.

Die Elektro-Canter legten im Durchschnitt 50 Kilometer pro Tag zurück, wobei Reichweiten von bis zu 109 Kilometern erzielt wurden. Insgesamt absolvierten die acht Fahrzeuge 51.500 Kilometer ohne Probleme. Der meistgenutzte Canter E-Cell, im Einsatz beim Paketdienst „Transporta“, erreichte im Testjahr eine Strecke von 14.000 Kilometern. Die Lithium-Ionen-Akkus ermöglichten eine Reichweite von etwa 100 Kilometern pro Ladung. Die Ladezeit beträgt rund sieben Stunden an einem 230-Volt-Anschluss und eine Stunde an einem Schnellladesystem.

Betriebskosteneinsparungen und vielfältige Einsatzbereiche

Basierend auf den aktuellen Kosten für Diesel und Strom in Portugal ergaben sich Betriebskosteneinsparungen von 64 Prozent gegenüber einem vergleichbaren Diesel-Lkw. Während ein Diesel-Lkw für 100 Kilometer etwa 14,08 Liter Diesel benötigt, verbraucht der Fuso Canter E-Cell für dieselbe Strecke 47,6 kWh. Die Höhe der Einsparungen hängt somit von den jeweiligen Strom- und Dieselpreisen ab.

Die Kunden bewerteten den Canter E-Cell als ein starkes und zuverlässiges Konzept für den städtischen Lieferverkehr. Die Fahrzeuge wurden unter verschiedenen Bedingungen getestet:

  • Die Stadt Lissabon nutzte den Canter E-Cell für die Entsorgung von Grüngut und Müll.
  • Die Stadt Porto setzte ihn als Sammelfahrzeug für Recycling-Müll ein.
  • Die Stadt Sintra verwendete ihn für die Waldpflege.
  • Die Städte Abrantes und Cascais nutzten ihn für die Landschaftspflege.
  • Der Paketdienst Transporta setzte das Fahrzeug für die direkte Belieferung von Haushalten ein.
  • Der Energielieferant REN nutzte es für Transporte innerhalb industrieller Gaslager.
  • Die portugiesische Post CTT verwendete den Canter E-Cell für Transportfahrten zwischen Verteilerzentren.

Die Praxistests bestätigten die Eignung der Fahrzeuge für den täglichen Kurzstrecken-Lieferverkehr und innerstädtischen Transport. Die Reichweiten von über 100 Kilometern übertrafen die durchschnittlichen Distanzen vieler leichter Verteiler-Lkw.

Die Ergebnisse der Praxistests beweisen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Die Kunden haben den Canter E-Cell in der Testphase als leistungsstarkes und zuverlässiges Konzept erlebt, das den Anforderungen des städtischen Lieferverkehrs gerecht wird.

Marc Llistosella, Präsident und CEO der Mitsubishi Fuso Truck and Bus Corporation (MFTBC) und Leiter von Daimler Trucks Asia, äußerte sich zur Präsentation der Ergebnisse. Das Forschungsprojekt wurde von der portugiesischen Regierung über IAPMEI, der staatlichen Behörde für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation, mitfinanziert.

Technische Merkmale und optimiertes Fahrverhalten

Der Fuso Canter E-Cell unterscheidet sich äußerlich von seinen diesel- oder diesel-elektrisch betriebenen Pendants lediglich durch die an beiden Rahmenseiten montierten Batteriepakete. Anstelle eines Drei-Liter-Diesels arbeitet hinter der Kabine ein Elektroantriebsstrang. Ein Permanent-Magnet-Motor liefert 110 kW (150 PS) über ein Eingang-Getriebe an die Hinterachse. Der Fahrgestellrahmen ist für ein Gesamtgewicht von sechs Tonnen zugelassen. Ein Radstand von 4300 Millimetern ermöglicht Aufbauten von bis zu 4,40 Metern Länge. Die Fahrgestelltragfähigkeit beträgt drei Tonnen, was nach Abzug des Aufbaugewichts eine Nutzlast von über zwei Tonnen für den innerstädtischen Verteilerverkehr bietet.

Das Drehmoment von 650 Newtonmetern ermöglicht eine Beschleunigung, die mit der eines Pkw vergleichbar ist. Das Drehmoment steht ab der ersten Fahrsekunde zur Verfügung. Beim Loslassen des Fahrpedals schaltet die Elektronik auf Rekuperation um, deren Stärke in zwei Stufen am rechten Lenkstockhebel gewählt werden kann. Dabei wird der Elektromotor zum Generator und speist die beim Rollen erzeugte Bremsenergie in die Lithium-Ionen-Batterien zurück. Eine regelmäßige Nutzung der Rekuperation trägt dazu bei, die Reichweite von über 100 Kilometern zu erreichen.

Um Gefahren durch das nahezu geräuschlose Fahren zu vermeiden, ist der Canter E-Cell mit einem akustischen VSP-Warnsystem (Vehicle Sound for Pedestrians) ausgestattet, das per Knopfdruck zugeschaltet werden kann.

Die Bedienung des Canter E-Cell ist einfach. Der Leicht-Lkw wird durch Drehen des „Zündschlüssels“ gestartet. Der Fahrer kann zwischen den Fahrstufen D, N, R und P wählen, ähnlich einem Wandler-Automatikgetriebe. Eine Kriechfunktion in den Fahrstufen D und R ist ebenfalls vorhanden. Der Elektro-Canter wurde seit dem ersten Prototyp auf der IAA 2010 kontinuierlich weiterentwickelt. Er schöpft seine Leistung aus vier Batteriepaketen mit Lithium-Ionen-Akkus und einer Kapazität von 48,4 kWh, was eine Höchstleistung von 110 kW (150 PS) und ein maximales Drehmoment von 650 Newtonmetern ermöglicht. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 90 km/h begrenzt. Ladedauer, Batteriekapazität und Reichweite werden kontinuierlich optimiert.

Produktion und Unternehmenshintergrund des Fuso Canter E-Cell

Der Canter E-Cell wird in Tramagal auf einer eigenen Fertigungslinie für Prototypen hergestellt. Daimler hat seit 2011 rund 27 Millionen Euro in die Modernisierung des Werks investiert. Das Werk Tramagal, etwa 150 Kilometer nordöstlich von Lissabon, ist Teil des globalen Daimler Trucks Produktionsnetzwerks. Über 300 Mitarbeiter fertigen dort Fuso Canter Lkw für rund 30 europäische Länder sowie für Israel, Marokko und die Türkei. Fast 95 Prozent der Fahrzeuge sind für den Export bestimmt. Seit 2012 wird dort auch der Fuso Canter Eco Hybrid produziert.

Fuso bietet den Canter mit drei Antriebssystemen an: mit sparsamem Dieselantrieb (Euro VI und Euro 5b+), als Canter Eco Hybrid mit Hybridantrieb und als Canter E-Cell mit batterie-elektrischem Antrieb. Die Mitsubishi Fuso Truck and Bus Corporation (MFTBC) ist mit rund 11.000 Mitarbeitern die größte Tochtergesellschaft der Daimler AG in Japan. Der Hauptsitz und das wichtigste Produktionswerk befinden sich in Kawasaki. Fuso hat einen Anteil von über 40 Prozent am weltweiten Lkw-Absatz von Daimler und ist damit die meistverkaufte Lkw-Marke des Konzerns. Jährlich werden über 170.000 Fuso Lkw und Busse in Kawasaki für den japanischen und internationalen Markt produziert und in über 150 Länder verkauft.

02.11.2015

Weitere Informationen erhalten Sie hier:

Daimler Truck AG

Fasanenweg 10
70771Leinfelden-Echterdingen
Deutschland

Tel.:+49 711 8485-0
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