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Nachhaltigkeit im Gartenbau: Eine internationale Umfrage beleuchtet Motivationen und Trends

Eine aktuelle internationale Umfrage zeigt ein starkes Bedürfnis nach mehr Nachhaltigkeit im Gartenbau, besonders bei jüngeren Gärtnern. Die Erhebung beleuchtet verschiedene Facetten des Gärtnerns in Deutschland, Österreich, den Niederlanden und Schweden und die Rolle von Technologie.

Ökologisches Bewusstsein als zentraler Antrieb im Gartenbau

Die Umfrageergebnisse verdeutlichen eine enge Verbindung zwischen Gärtnern und ökologischem Bewusstsein. Über 80 Prozent der Befragten sehen ihre gärtnerischen Tätigkeiten als Möglichkeit, einen Beitrag zur Lösung von Umweltproblemen und zur Förderung der Biodiversität zu leisten. Besonders ausgeprägt ist diese Haltung in der Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen.

Ein wesentlicher Grund für dieses Engagement könnte in den beobachteten Wetterveränderungen liegen: 77 Prozent der Befragten geben an, in den letzten Jahren eine merkliche Veränderung oder Verschlechterung der Wetterbedingungen festgestellt zu haben.

Gärtner befinden sich im ständigen Kontakt mit der Natur und arbeiten permanent sowohl mit als auch gegen die Wetterbedingungen, womit sie ein guter Indikator für eine Veränderung der Wetterbegebenheiten sind. Dass drei von vier befragten Gärtnerinnen und Gärtnern eine merkliche Veränderung spüren, ist eine starke Aussage.

Anbau von Obst und Gemüse als Ausdruck nachhaltigen Lebensstils

Der Anbau eigener Nahrungsmittel ist für viele Gärtner ein Ausdruck eines nachhaltigen Lebensstils. Für 76 Prozent der Befragten ist dies ein Motivator für den Anbau von Obst und Gemüse. 61 Prozent würden gerne noch mehr anpflanzen, um unabhängiger zu werden.

Hier zeigen sich jedoch deutliche Unterschiede zwischen den Ländern: Während in Deutschland und Österreich 57 Prozent oder mehr eigene Nahrungsmittel anbauen, sind es in den Niederlanden lediglich 17 Prozent. Tendenziell sind es eher ältere Gärtner, die Obst und Gemüse anpflanzen. Jüngere Befragte äußern jedoch häufiger den Wunsch, mehr Nahrungsmittel anzubauen. Dies könnte auf begrenzte Anbauflächen in städtischen Gebieten, wo jüngere Menschen häufiger leben, oder auf fehlende Erfahrung zurückzuführen sein.

Erfahrung und Technologie als Erfolgsfaktoren im modernen Gartenbau

Für erfolgreiches Gärtnern sind sowohl Erfahrung als auch unterstützende Partner entscheidend. Die Umfrage beleuchtet die Rolle von Technologie, insbesondere Bewässerungssystemen. Mehr als die Hälfte der mutmaßlich unerfahrenen Gärtner zwischen 18 und 34 Jahren stimmen zu, dass Bewässerungscomputer oder automatische Bewässerungslösungen beim Gärtnern helfen. Dies liegt über der allgemeinen Zustimmung von 43 Prozent.

Auch die Akzeptanz von Smart-Home-Geräten wurde untersucht. Etwa jeder Vierte (27 Prozent) besitzt bereits ein smartes Gerät. Schweden führt hier mit 41 Prozent, während in Deutschland nur 19 Prozent ein solches Gerät besitzen. Ein Potenzial für smarte Geräte im Gartenbau ist erkennbar: 66 Prozent sehen den Vorteil einer Anschaffung intelligenter Helfer noch nicht. 21 Prozent können sich eine smarte Ausstattung für ihr Zuhause vorstellen. Besonders offen zeigen sich hier die jüngeren Gärtner: Bei 40 Prozent stößt die Idee eines smarten Geräts im Haushalt auf Zustimmung.

Ein Drittel der Befragten ist unsicher, ob ihre Pflanzen in guten Händen sind, wenn sie nicht zu Hause sind. Technische Hilfsmittel können hier zur Sicherstellung der Versorgung beitragen. In der jüngeren Altersgruppe vertraut bereits die Hälfte der Befragten auf entsprechende Lösungen.

Fazit der Umfrage: Nachhaltigkeit und Technologie im Fokus

Die Umfrage unter 2552 Gärtnerinnen und Gärtnern aus Deutschland, Österreich, den Niederlanden und Schweden zeigt, dass Nachhaltigkeit ein wichtiger Motivator im Gartenbau ist. Gärtner sehen sich als Akteure im Kampf gegen globale Probleme wie Klimawandel und Biodiversitätsverlust. Die Zustimmung zu diesem Ansatz ist unter jüngeren Gärtnern besonders hoch, die auch technologische Lösungen als Unterstützung begrüßen. Unabhängig von diesen Aspekten bleibt der Spaß am Gärtnern ein zentraler Faktor: 91 Prozent der Befragten stimmen der Aussage zu, dass sie sich durch die Zeit im Garten besser und gesünder fühlen.

14.05.2020

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