Investitionen in Hamburgs Stadtgrün und zukünftige Bedarfe
Thomas Schmale, Vorsitzender des FGL Hamburg, hob hervor, dass durch ein spezielles Investitionsprogramm für den Stadt- und Volkspark sowie für kleinere Grünanlagen in allen sieben Bezirksämtern sichtbare Verbesserungen im Hamburger Stadtgrün erzielt wurden. Die Nutzungsqualität und das Erscheinungsbild des Grüns hätten sich verbessert, und die Bürger konnten die positiven Auswirkungen von Investitionen auf das Gemeinwohl erleben.
Schmale schlug die Einrichtung eines Sonderbudgets vor, das als zusätzliche jährliche Haushaltsgröße für die Pflege des Hamburger Grüns dienen soll. Aufbauend auf dem erfolgreichen Jubiläumsjahr forderte er in Absprache mit anderen grünen Verbänden eine „Offensive Stadtgrün 5 x 3“.
In den kommenden fünf Jahren Legislatur sollte die Politik mindestens drei Millionen Euro pro Jahr zusätzlich zur Verfügung stellen, um weitere Defizite im Zustand der Hamburger Grünanlagen abzubauen und zu dessen Werterhaltung beizutragen.
Die Charta „Zukunft Stadt und Grün“ und ihre Bedeutung
Peter Menke von der Stiftung DIE GRÜNE STADT begrüßte, dass Hamburg mit dem Tagungsthema die Idee der Charta aufgreift, die mittlerweile von über 40 Organisationen getragen wird.
Stadtgrün ist nicht nur schön anzusehen, sondern bietet einen ökologischen, ökonomischen und sozialen Mehrwert, der sich rechnet.
Die Charta identifiziert in acht Wirkungs- und Handlungsfeldern die vielfältigen Lösungsbeiträge urbanen Grüns für eine nachhaltige Stadtentwicklung. Menke betonte eine bundesweite Aufbruchstimmung und einen deutlichen Rückenwind für eine integrierte Stadtentwicklung, in der die Grün- und Freiraumplanung eine zentrale Rolle spielt.
Die Zukunft der Stadt ist grün, das ist partei- und fraktionsübergreifender Konsens auch in der Politik.
Herausforderungen und Perspektiven für Hamburgs Grün
Staatsrat Michael Sachs ging in seinen Grußworten auf lokale Erfolge und kommende Herausforderungen ein. Trotz finanzieller Einschränkungen sei die Hamburger Regierung weiterhin bereit, Perspektiven für Grün in Hamburg zu schaffen. Als Beispiel nannte Sachs das aktuelle Förderprogramm für Dachbegrünung, das bis 2019 ein Fördervolumen von drei Millionen Euro umfasst.
Sachs hob hervor, dass Grünplanung und -pflege heute anspruchsvoller seien als früher. Daher seien intelligente und individuelle Lösungen für die moderne Parkbewirtschaftung und Grünerhaltung gefragt.
Neue Aufgaben und Methoden in der Landschaftsarchitektur
Professor Sigurd Karl Henne von der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen griff das Thema „Neue Aufgaben und Methoden der Landschaftsarchitektur“ auf. Er bestätigte den Ansatz von Staatsrat Sachs, das städtebauliche Leitbild Hamburgs mit hochverdichteten, aber dennoch grünen Quartieren weiterzuverfolgen. Dies erfordere den Einsatz neuer Methoden der Vegetationsplanung und -technik.
Klimatologische Veränderungen machten Innovationen bei der Dach- und Fassadenbegrünung notwendig. Professor Henne forderte neue Techniken für einen nachhaltigen Begrünungserfolg, die einen geringeren Ressourcen-, Kosten- und Pflegeaufwand berücksichtigen. Systeme des Regenwassermanagements mit Funktionsoptimierung seien wichtiger denn je.
Städtische Freiflächen könnten durch neue Konzepte umstrukturiert und an veränderte Sozial- und Altersstrukturen angepasst werden. Innovationen in Technik und Management würden Pflegemethoden und die Gestaltung von Freiräumen nachhaltig verändern. Der hohe Sanierungsbedarf vieler öffentlicher Anlagen biete die Chance, neue Qualitäten und Nutzungen zu entwickeln.
Henne betonte, dass hohe ökologische Anforderungen, ökonomische Zwänge und geänderte Erwartungen an städtische Natur ein gestaltendes Vegetationsmanagement für extensiv genutzte Freiräume in neuen Stadtlandschaften an Bedeutung gewinnen ließen. Eine innerstädtische Verdichtung müsse eine Intensivierung und Qualifizierung der Freiräume beinhalten, wobei Qualität und Vernetzung vor Quantität stünden. Das Grün gewinne an Bedeutung, da der Trend eine Multifunktionalität der Freiflächen verlange.
Die Herausforderung für erfolgreiche grüne Städte ist, trotz der notwendigen baulichen Verdichtung zeitgleich in Ausbau und Erhaltung grüner Qualität und vor allem in Pflege zu investieren.
Planungskriterien für ökologisch hochwertige Gründächer
Professor Manfred Köhler von der Hochschule Neubrandenburg sprach über „Planungskriterien für ökologisch hochwertige Gründächer“. Er stellte fest, dass in Deutschland nur etwa acht Prozent aller möglichen Dächer begrünt seien, obwohl wesentlich mehr möglich und sinnvoll wäre – und das in höherer ökologischer Vielfalt. Für Städte wie Hamburg mit Flächenknappheit sei die Dachlandschaft eine wichtige Freiraumreserve. Als Beispiel nannte er Singapur, wo fast ausschließlich nutzbare Dachgärten gebaut werden.
Bauseitig müssen allerdings Kriterien wie Artenvielfalt, Retentionsleistung, Staubbindung, Wärmedämmung, Kühlleistung und Strukturvielfalt stärker berücksichtigt werden.
Mit dem Förderprogramm sei Hamburg auf einem guten Weg, das ökologische Potenzial von Gründächern stärker zu nutzen und Anreize zu schaffen. Um solche Ziele zu erreichen, benötigten Gründächer mehr regelmäßige Pflege als die oft unter Kostendruck eher schlicht gestalteten einschichtigen Sedumbegrünungen.
Gründächer können bedeutende Beiträge zur Verbesserung innerhalb der städtischen Umwelt liefern, dieser Zusatznutzen ist aber nur mit hochwertigem gärtnerischem Zusatzaufwand zu erreichen.
Stauden in der Gartengestaltung
Jörg Pfenningschmidt, ein Pionier im Bereich Stauden, präsentierte sein Verständnis für Stauden und Gräser unter dem Titel „Lust und Frust mit Stauden“. Anhand konkreter Beispiele für Pflanzplanungen im privaten und öffentlichen Bereich verdeutlichte er die Vorteile einer differenzierten und standortgerechten Staudenverwendung.
Es gibt heute viel bessere Sorten und Arten als früher.
Ein weiteres Thema seines Beitrags war das abnehmende Pflanzen- und Staudenwissen bei Fachleuten in Planung und Ausführung. Mit Fotos aus privaten Gärten und öffentlichen Anlagen zeigte er Farbharmonien, Details und Gestaltungsmöglichkeiten mit neuen Staudensorten und Gräsern.

