Steigendes Engagement der Betriebe in der Nachwuchswerbung
Im schleswig-holsteinischen Garten- und Landschaftsbau nimmt die aktive Nachwuchswerbung der Betriebe zu. Der Fachverband Garten- und Landschaftsbau Schleswig-Holstein (FGL) verzeichnete im Jahr 2016 eine hohe Anzahl an Aktivitäten in diesem Bereich.
Allein im November 2016 beteiligten sich zehn Mitgliedsbetriebe an Berufsmessen und weiteren Veranstaltungen zur Nachwuchsgewinnung. Adonis Andresen, Ausbilder und Referent für Nachwuchswerbung des FGL, listete für 2016 insgesamt 32 Messen und Initiativen zur Berufsorientierung auf, ausgenommen Schulbesuche. Jede dieser Aktionen trug zur Sicherung von Nachwuchskräften im schleswig-holsteinischen Garten- und Landschaftsbau bei.
Ich stelle fest, dass immer mehr unserer 113 Mitglieder verstanden haben, wie wichtig es ist, ihren Ausbildungsbetrieb bekannt zu machen und ihrem Unternehmen ein Gesicht zu geben. Wir vom Verband leisten seit Jahren Aufklärungsarbeit, und 2016 ist es uns gelungen, gemeinsam mit unseren Mitgliedsbetrieben in Schleswig-Holstein eine bessere flächendeckende Nachwuchswerbung zu realisieren.
Andresen hebt hervor, dass Fachbetriebe ihre Messeauftritte zunehmend eigeninitiativ organisieren. 14 Aktionen fanden 2016 ohne personelle Unterstützung des Verbandes statt, was 44 Prozent der dokumentierten Veranstaltungen entspricht. In diesen Fällen stellte der Verband Werbematerialien und Equipment bereit. Andresen vermutet zudem eine höhere Dunkelziffer an Eigeninitiativen, da viele Unternehmen Material für das gesamte Jahr bestellen und nicht jede einzelne Messebeteiligung dem FGL melden, insbesondere routinierte Betriebe.
23 Prozent der Verbandsmitglieder warben 2016 um Nachwuchs
Für Unternehmen, die noch unsicher in der Nachwuchswerbung sind, bietet der FGL weiterhin Unterstützung an. Dies kann die Begleitung durch Adonis Andresen bei Veranstaltungen umfassen oder die gemeinsame Teilnahme an großen Berufsmessen. Beide Modelle wurden 2016 gut angenommen.
Andresen war bei lediglich sechs Veranstaltungen ohne Begleitung eines Fachbetriebes vor Ort. Zwölf Aktionen führte er gemeinsam mit Mitgliedern durch. Zusammen mit den 14 dokumentierten Eigeninitiativen der Unternehmen ergibt dies 26 Veranstaltungen, bei denen Fachbetriebe aktiv um Auszubildende warben. Bei aktuell 113 Verbandsmitgliedern entspricht dies einem Anteil von 23 Prozent. Andresen bewertet dies als eine gute Quote, die jedoch weiter ausgebaut werden sollte, da nicht alle Mitglieder ausbilden.
Praktische Ansätze zur Nachwuchsgewinnung
Knut Hansen, Inhaber des Unternehmens GartenSchön in Husum, betont die Notwendigkeit aktiver Nachwuchswerbung. Angesichts des Wettbewerbs um geeignete Ausbildungskräfte sei es für Unternehmen unerlässlich, auf Veranstaltungen zur Berufsorientierung präsent zu sein. Hansen ist erfahren in diesem Bereich und beteiligt sich jährlich an zahlreichen Aktionen, darunter Berufsmessen in Schulen und die Nacht der Bewerber in Husum.
Er empfiehlt, junge Auszubildende in die Nachwuchswerbung einzubeziehen, da diese auf Augenhöhe mit den jugendlichen Besuchern kommunizieren können. Zudem sei es wichtig, mit Aktionen auf sich aufmerksam zu machen. Bei Außenständen setzt Hansen gerne Minibagger oder technisches Gerät ein. Für Innenräume nutzt er speziell angefertigte Holzkisten, um Pflanz- oder Pflasterarbeiten zu demonstrieren, ohne den Hallenboden zu verschmutzen.
Wenn man so etwas ein paar Mal gemacht hat, investiert man vielleicht einen Tag für die Vorbereitung und die Durchführung einer Veranstaltung. Das ist ein kleiner Einsatz für die Zukunftssicherung des eigenen Unternehmens.
Diese Einschätzung teilt Eike Wittenburg, die gemeinsam mit ihrem Mann Jan den Fachbetrieb Garten- und Landschaftsbau Püst in Labenz führt. Sie lernten ihren aktuellen Auszubildenden Lennart Rönck bei einem Berufe-Rondell kennen, das alle zwei Jahre in der Gemeinschaftsschule ihrer Nachbargemeinde stattfindet. Im November 2016 nahmen die Wittenburgs zum vierten Mal an dieser Veranstaltung teil. Beim Berufe-Rondell wählen Schüler drei interessierende Unternehmen aus, die sich dann in drei Durchgängen präsentieren.

