Ein Nährstoffpaket mit langer Tradition
Die Aprikose ist reich an Vitaminen, darunter Vitamin C, E sowie die B-Vitamine B1, B2, B3, B4, B5 und B6. Zudem enthält sie Betacarotin, eine Vorstufe von Vitamin A. Mineralien wie Kalium, Phosphor, Kalzium, Magnesium, Natrium und Eisen ergänzen das gesunde Nährstoffprofil der Frucht. Diese Zusammensetzung macht die Aprikose nicht nur zu einem gesunden Snack, sondern auch zu einer geeigneten Zutat für Babynahrung, da sie wenig Fruchtsäure enthält und somit auch für empfindliche Mägen gut verträglich ist.
Die Geschichte der Aprikose reicht mehrere Jahrtausende zurück. Ihr botanischer Name, Prunus Armeniacum („armenische Pflaume“) oder Malum Armeniacum („armenischer Apfel“), deutet auf eine mögliche Herkunft aus Armenien hin, wo sie bereits in der Antike angebaut wurde. Andere Quellen vermuten den Ursprung in China oder Indien. Alexander der Große soll die Frucht nach Europa gebracht haben, und die Römer verbreiteten sie weiter in den Mittelmeerraum und nach Nordeuropa. Spanische Eroberer führten die Aprikose schließlich nach Amerika ein.
Anbau und Ernte in Deutschland
In Deutschland wird die Aprikose vor allem in den milderen Regionen im Süden und Westen angebaut. Die wärmeliebenden Aprikosenbäume sind empfindlich gegenüber Regen, Hagel und späten Frösten, die die Blüte schädigen und die Fruchtbildung beeinträchtigen können. Obwohl die Ernte je nach Sorte bereits im Mai beginnen kann, liegt die Hauptsaison für Aprikosen in Deutschland zwischen Juli und Ende August. Die Ernte erfolgt von Hand, um die sensiblen, hartreifen Früchte vor Druckstellen zu schützen. Im Gegensatz zu importierten Aprikosen, die oft unreif geerntet werden müssen, um lange Transportwege zu überstehen, können deutsche Aprikosen bis zur vollen Reife am Baum bleiben und ihr volles Aroma entfalten.
Aprikose, Marille, Pfirsich und Nektarine: Die Unterschiede
Aprikosen, Marillen, Pfirsiche und Nektarinen gehören alle zur Familie der Rosengewächse und zeichnen sich durch ihren süßen, fruchtigen Geschmack aus. Die Aprikose ist eine kleine, orange-gelbe Frucht, deren österreichisches Pendant die Marille ist. Im Gegensatz zu Pfirsichen und Nektarinen, die oft sehr saftig sind, ist die Aprikose eher samtig-weich und lässt sich tropffrei verzehren. Ein weiterer Vorteil ist, dass sie auch getrocknet hervorragend schmeckt und somit als gesunder Wintersnack dienen kann.
Einkauf, Lagerung und Zubereitung
Beim Einkauf sollte auf eine zweifarbige Aprikose geachtet werden, die eine gleichmäßig hellgelbe bis orange-rote Färbung aufweist. Die sonnenzugewandte Seite ist oft dunkler. Eine reife Aprikose gibt unter leichtem Druck nach, hat einen zuckersüßen bis aromatisch süß-säuerlichen Geschmack und eine mit feinen Härchen überzogene Haut. Das Fruchtfleisch lässt sich bei Reife leicht vom Kern lösen.
Aprikosen sollten idealerweise direkt nach dem Kauf verzehrt werden. Eine Lagerung im Kühlschrank ist möglich, sollte aber zwei Tage nicht überschreiten. Zum Haltbarmachen eignen sich Aprikosen hervorragend zum Trocknen.
Am besten schmecken Aprikosen pur, frisch und vollreif. Sie eignen sich aber auch hervorragend als Beilage zu Süßspeisen, beispielsweise als Kompott, Marmelade oder Soße. Ein Klassiker sind die Marillenknödel. Auch in Kuchen und auf Torten finden sie Verwendung. In der herzhaften Küche werden Aprikosen im Iran und anderen arabischen Ländern mit Hühnchen oder Lamm kombiniert und sind eine köstliche Komponente in Grillsaucen zu Fleisch, Fisch und und Gemüse. Eine gesunde Alternative zu klassischem Eis ist die sogenannte Nicecream, die ausschließlich aus Früchten hergestellt wird.
