Die Grüne Stadt

Gartenbau trifft Wirtschaftspolitik

19.08.2011

Gartenschauen und Grün-Initiativen als Chancen der Stadt- und Regionalentwicklung nutzen! Erstmalig ist der Wirtschaftsausschuss des Schleswig-Holsteinischen Landtages gestern einer Einladung der Arbeitsgemeinschaft Landesgartenschau (ALG) Schleswig-Holstein e.V. gefolgt, die Landesgartenschau (LGS) Norderstedt zu besuchen.

Im Rahmen eines gemeinsamen Besuchs diskutierten Vertreter der Gartenbaubranche mit Landtagsabgeordneten über die Bedeutung von Gartenschauen und Grün-Initiativen für die Regionalentwicklung. Die Branche forderte, Potenziale von Landesgartenschauen sowie Initiativen wie „Entente Florale“ und „DIE GRÜNE STADT“ stärker für nachhaltige Stadt- und Regionalentwicklung zu nutzen.

Politische Unterstützung

Bernd Schröder (SPD), Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses des Schleswig-Holsteinischen Landtags, zeigte sich beeindruckt:

„Landesgartenschauen sind ein hervorragendes Beispiel für die Vernetzung von Natur, Umwelt- und Naherholung mit Infrastruktur- und Wirtschaftspolitik.“

Die Abgeordneten betonten, dass der Ausstellungspark in Norderstedt ein bedeutender Standortfaktor in der Metropolregion sei und langfristig die Stadtentwicklung prägen werde.

Bedeutung des Gartenbaus

Andreas Lohff, Präsident des Gartenbauverbandes Nord e.V., unterstrich die Rolle der Branche:

„Pflanzen haben nicht nur ästhetische, sondern auch ökonomische, gesundheitliche und soziale Funktionen. Diese Erkenntnis muss stärker in Politik und Verwaltung verankert werden.“

Der Gartenbau in Schleswig-Holstein umfasst rund 2.000 Betriebe mit 14.000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von 650 Mio. Euro. Allein im Kreis Pinneberg sind 300 Baumschulen konzentriert – eines der größten Anbaugebiete Europas.

Dauerhafte Wirkung

Landesgartenschau-Geschäftsführer Kai Jörg Evers hob hervor, dass die Gartenschau von Beginn an ein tragfähiges Nachnutzungskonzept beinhaltete:

  • Dauerhafte Gastronomie am See
  • Wasserskianlage und Strandbad
  • Spiel- und Freizeitangebote
  • Umweltbildung für Kinder und Familien

„Ein Gewinn für mindestens die nächsten 30 bis 40 Jahre“, so Evers.

Initiativen für mehr „Grün“

  • DIE GRÜNE STADT – Stiftung zur Förderung von Umweltschutz, Wissenschaft und bürgerschaftlichem Engagement; schafft Bewusstsein für die Bedeutung von Grün in Städten durch Projekte, Forschung, Symposien und Öffentlichkeitsarbeit.
  • „Entente Florale“ – Bundeswettbewerb mit dem Motto „Unsere Stadt blüht auf“. Ziel: Städte in Gemeinschaftsaktionen von Verwaltung, Wirtschaft, Politik und Bürgern grüner und lebenswerter gestalten. Oft ein Vorläufer für Gartenschauen.

Für die Landesgartenschauen in Schleswig-Holstein hat sich im Jahr 1996 die ALG gegründet, die von den berufsständischen grünen Verbänden des Gartenbaues getragen wird:

  • Gartenbauverband Nord e.V.
  • Landesverband Schleswig Holstein im Bund deutscher Baumschulen (BdB) e.V.
  • LV S-H im Bund deutscher Landschaftsarchitekten (BdLA) e.V.
  • Fachverband GaLaBau (FGL) Schleswig-Holstein e.V.

Die ALG S-H fördert den Gartenschau-Gedanken und berät Politik und interessierte Kommunen.

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