Studie beleuchtet Chancen für nachhaltige Landnutzung
Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat den sozioökonomischen Abschlussbericht „Neue Organisationsformen des Landeigentums – Boden in Gemeinschaft“ veröffentlicht. Die Studie wurde von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg erstellt und bietet einen Überblick über Konzepte zur gemeinwohlorientierten Verwaltung von Äckern und Weiden. Die Ergebnisse zu juristischen Aspekten werden separat publiziert.
Unsere Böden sind zu Spekulationsobjekten geworden, mit entsprechend hohen Preisen, die Landwirte sich häufig nicht mehr leisten können – hier ist es Aufgabe von Politik, gegenzusteuern. Umso bemerkenswerter ist das Ergebnis der Studie, das deutlich zeigt, wie positiv gemeinwohlorientierte Initiativen sich auf den regionalen Bodenmarkt auswirken. Das gibt uns Hinweise dafür, wie wir in Zukunft verantwortungsvoller mit unserer knappen Ressource umgehen können.
Anlass der Studie sind neue Organisationsformen des Landeigentums, die in den letzten Jahren zugunsten lokaler, nachhaltiger Bewirtschaftungsformen entstanden sind. Dazu zählen gemeinnützige Träger der Solidarischen Landwirtschaft oder Bodengenossenschaften.
Positive Effekte auf Bodenmarkt und ländliche Räume
Die Untersuchung zeigt, dass diese neuen Organisationsformen Problemen auf dem Bodenmarkt entgegenwirken können. Dazu gehören der erschwerte Zugang zu Land für Existenzgründer sowie der drohende Verlust von Pachtflächen. Landwirtschaftliche Betriebe, die Flächen über solche Initiativen pachten, äußern sich zufrieden mit den Pachtkonditionen. Dies steht im Gegensatz zu Pächtern auf dem allgemeinen Bodenmarkt.
Darüber hinaus wirken sich diese Initiativen positiv auf die Vitalität ländlicher Räume aus. Sie fördern den sozialen Zusammenhalt und tragen zur langfristigen Stabilität bei. Häufig arbeiten diese Organisationsformen nach ökologischen Kriterien und regionalisieren ihre Produktvermarktung.
Der Bericht prognostiziert, dass gemeinwohlorientierte Initiativen und deren Partnerbetriebe zukünftig an Bedeutung gewinnen werden. Obwohl der Gesamtumfang der bewirtschafteten Flächen derzeit bei 33.000 Hektar liegt, wird aufgrund des gesellschaftlichen Interesses mit einem Anstieg der Flächen gerechnet.
