Ergebnisse der Saatgutkontrollen in Baden-Württemberg
Die fünf positiven Proben wurden in Baden-Württemberg entdeckt. Es handelte sich um konventionelles Raps-Saatgut der Sorte Artoga des Unternehmens Limagrain aus Niedersachsen. Dieses Saatgut war mit glyphosattolerantem Gen-Material kontaminiert und wurde vor der Aussaat vom Markt genommen.
Die Behördenabfrage zeigt, dass staatliche Kontrollen extrem wichtig und sinnvoll sind und sauberes Saatgut möglich ist. Die Reinheit des Saatguts ist für eine gentechnikfreie und nachhaltige Landwirtschaft sowie für die Wahlfreiheit der Verbraucher existentiell. Die Nulltoleranz für Saatgut muss auch zukünftig bestehen bleiben. Dafür brauchen wir auch weiterhin strenge Kontrollen.
Die Saatgut-Industrie setzt sich seit Jahren für die Einführung von Schwellenwerten für gentechnisch verunreinigtes Saatgut ein. Auf EU-Ebene wird derzeit ein Vorschlag zur Aufweichung der sogenannten Nulltoleranz diskutiert. Dies stünde jedoch im Widerspruch zu nationalem und europäischem Recht und würde die europäische Sicherheitsbewertung untergraben.
Risiken und Forderungen für die Zukunft
Die Sicherheitsbewertung von Gen-Pflanzen reicht derzeit nicht aus, um gesundheitliche und ökologische Schäden ausschließen zu können. Ein Reinheitsgebot für Saatgut ist absolut notwendig. Saatgut ist die Basis unserer Nahrungskette, da bedeutet jede Verunreinigung mit Gentechnik – auch wenn sie nur bei 0,1 Prozent liegt – ein unkalkulierbares Risiko.
Einmal in die Umwelt freigesetzte Gen-Pflanzen sind nicht mehr kontrollierbar und können sich beispielsweise durch Pollenflug oder Insekten unkontrolliert ausbreiten. Eingriffe in Pflanzen können zur Entstehung unerwünschter Stoffe mit potenziell riskanten Nebenwirkungen führen. Der Anbau von Gen-Pflanzen ist zudem oft mit dem zusätzlichen Einsatz von Pestiziden verbunden, die das Trinkwasser belasten und die Pflanzenvielfalt gefährden.
Greenpeace und Bioland fordern daher weiterhin eine strenge und lückenlose Kontrolle allen Saatguts sowie die Beibehaltung der Nulltoleranz für Verunreinigungen bei Saatgut.