Bioland positioniert sich klar gegen CRISPR/Cas
Das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (Fibl) sieht durch seinen Direktor Urs Niggli großes Potenzial für das Gentechnikverfahren CRISPR/Cas in der Ökolandwirtschaft. Bioland hingegen lehnt CRISPR/Cas sowie alle weiteren Genmanipulationsverfahren ab.
Die neue Gentechnik birgt, ähnlich wie die alte, unvorhersehbare Risiken durch ungewollte Effekte im Erbgut. Eine einmalige Freisetzung ermöglicht keine Kontrolle der Verbreitung mehr. Dies entzieht Landwirten, Herstellern und Verbrauchern die Wahlfreiheit, gentechnikfrei zu produzieren und sich zu ernähren.
Für Bioland ist CRISPR/Cas ein absolutes No-Go! Das Verfahren ist eindeutig als Gentechnik einzustufen und gemäß dem Vorsorgeprinzip auch als solche zu kennzeichnen und zu behandeln. Nur mit konsequenter Risikoprüfung und Kennzeichnung kann echte Wahlfreiheit für Verbraucher und Landwirte gesichert werden.
Züchtungsunternehmen versuchen, durch Methoden wie CRISPR/Cas die Gentechnikgesetzgebung zu umgehen. Diese schreibt eine Sicherheitsprüfung, Rückverfolgbarkeit und Kennzeichnung vor. Auch bei einer Freisetzung zu Forschungszwecken sind die Folgen für Mensch und Umwelt nicht abschätzbar, da veränderte Organismen nicht aus der Umwelt entfernt werden können.
Das Leben lässt sich nicht programmieren wie ein Computerprogramm, das wissen auch die Wissenschaftler. Die Natur und auch die Kulturpflanzen stehen in zahllosen Wechselwirkungen, darin ist die Steuerung durch die Gene ein wichtiges Element.
Bioland setzt weiterhin auf die natürliche Weiterentwicklung von Pflanzen und Tieren durch Züchtung. Die ökologische Züchtung erzielt nachhaltige Erfolge durch die natürliche Entwicklung von über Jahrzehnte einsetzbaren Sorten.
Investitionen in ökologische Züchtung notwendig
Jan Plagge betont, dass in diesem Bereich noch deutlich mehr investiert werden muss, um im Gesamtsystem einer nachhaltigen ökologischen Landwirtschaft voranzukommen. Die CRISPR/Cas-Technik ist eine von mehreren neueren Methoden zur Veränderung des Erbguts von Pflanzen, Tieren oder Mikroorganismen.
Diese neuen Techniken nutzen den natürlichen Reparaturmechanismus der Zellen, um gewünschte Änderungen am Erbgut zu erreichen. Es wird behauptet, CRISPR/Cas sei präziser und effizienter als die herkömmliche Gentechnik, bei der fremde DNA mittels Metallpartikeln in die Zelle geschossen oder von Bakterien eingeschleust wird.
Studien belegen jedoch, dass auch bei den neuen Gentechnikverfahren ungewollte Effekte und nicht vorhergesehene Veränderungen im Erbgut auftreten können.
