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Getreidebilanz 2021/22: Inlandsverbrauch sinkt, Selbstversorgungsgrad steigt

Deutschland verzeichnete 2021/22 einen Rückgang des Getreideverbrauchs um vier Millionen Tonnen. Der Selbstversorgungsgrad stieg auf 109 Prozent, während der Anteil für Futtermittel sank. Dies ist auf gesunkene Schweinebestände und gestiegene Kosten zurückzuführen.

Details zum Rückgang der Futtermittelverwendung

Die Inlandsverwendung von Getreide für Futtermittel reduzierte sich im Wirtschaftsjahr 2021/22 um rund 16 Prozent auf 20,9 Millionen Tonnen. Davon entfielen etwa 6,6 Millionen Tonnen auf Weizen sowie jeweils 5,1 Millionen Tonnen auf Gerste und Mais. Dieser Rückgang ist unter anderem auf eine gesunkene Mischfutterherstellung zurückzuführen.

Insbesondere der Verbrauch von Schweinefutter, der mengenmäßig bedeutendsten Futtersorte, ging aufgrund gesunkener Schweinebestände zurück. Auch gestiegene Kosten für Futterkomponenten trugen zu dieser Entwicklung bei. Die Inlandsverwendung von Gerste für Futterzwecke verzeichnete mit einem Minus von 24 Prozent den deutlichsten Rückgang.

Nahrungsmittelbereich: Weizen, Roggen und Hafer dominieren

Für Nahrungszwecke wurden 8,9 Millionen Tonnen Getreide verwendet, ein Anstieg von 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Weich- und Hartweizen waren mit einem gemeinsamen Verbrauch von knapp 7,4 Millionen Tonnen die wichtigsten Getreidesorten für die menschliche Ernährung. Roggen folgte mit 57.400 Tonnen und Hafer mit 49.900 Tonnen.

Der Pro-Kopf-Verbrauch von Getreide stieg im Wirtschaftsjahr 2021/22 um 3,3 Prozent auf 106,6 Kilogramm (Getreidewert). Umgerechnet in den Mehlwert entspricht dies 84 Kilogramm Getreidemehl pro Person. Statistisch gesehen verbrauchte jeder Bundesbürger im vergangenen Wirtschaftsjahr durchschnittlich 70 Kilogramm Weizenmehl, sechs Kilogramm Roggenmehl, vier Kilogramm Hafermehl und 3,5 Kilogramm Maismehl.

Ein möglicher Grund für den Anstieg des Nahrungsverbrauchs könnte der Krieg in der Ukraine sein. Zu Beginn des Konflikts erhöhten Verbraucher aus Sorge vor Versorgungsengpässen ihre Mehleinkäufe. Zudem wurden erhebliche Mengen Getreide in Form von Fertigprodukten wie Mehl oder Nudeln als Lebensmittelspenden in die Ukraine geliefert.

Selbstversorgungsgrad erreicht 109 Prozent

Trotz einer geringeren Ernte konnte die deutsche Landwirtschaft im Wirtschaftsjahr 2021/22 den inländischen Markt ausreichend mit Getreide und Getreideerzeugnissen versorgen. Dies war auf die gesunkene Inlandsverwendung zurückzuführen. Der Selbstversorgungsgrad über alle Getreidearten hinweg stieg auf 109 Prozent, verglichen mit 101 Prozent im Vorjahr.

Der Selbstversorgungsgrad für Weichweizen lag bei 126 Prozent und für Gerste bei 133 Prozent. Der Inlandsverbrauch von Hartweizen konnte zu 17 Prozent durch heimische Landwirtschaft gedeckt werden, eine Steigerung gegenüber 15 Prozent im Vorjahr.

26.11.2022

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