Naturschutz

Neue Polderstudie bestätigt Wirksamkeit für den Hochwasserschutz an der Donau

Neue Studie bestätigt: Flutpolder senken Hochwasserstände an der Donau deutlich und sind zentral für den Schutz von über 120.000 Menschen. Alternative Maßnahmen bleiben in ihrer Wirkung klar zurück.

Studie belegt hohe Wirksamkeit geplanter Hochwasserschutzmaßnahmen

Der aktuelle Synthesebericht zu den geplanten Flutpoldern entlang der Donau liegt vor. Mit der Veröffentlichung setzt das Bayerische Umweltministerium auf Transparenz bei der Umsetzung des Hochwasserschutzprogramms. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung der Maßnahmen – insbesondere vor dem Hintergrund zunehmender Extremwetterereignisse.

Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber betont die Rolle wissenschaftlicher Grundlagen für zukünftige Entscheidungen:

"Wir setzen beim Hochwasserschutz auf die Wissenschaft. Die aktuelle Polderstudie zeigt: Flutpolder wirken und sie sind notwendig für einen bestmöglichen Hochwasserschutz an der Donau. Wir wollen entlang der Donau eine Kette von neun Flutpoldern realisieren. Jeder Polder kann Leben retten. Der Schutz von über 120.000 Menschen kann mit Flutpoldern verbessert werden. Denn: Mit Flutpoldern können wir im Ernstfall die Notbremse ziehen und extreme Hochwasserwellen wirksam kappen. Im Ernstfall zählt jeder Zentimeter. In Zeiten des fortschreitenden Klimawandels kommt das nächste Hochwasser mit Sicherheit."

Messbare Effekte entlang der Donau

Die Untersuchungen zeigen deutliche Auswirkungen auf Hochwasserstände. Am Pegel Straubing kann der maximale Wasserstand um knapp 40 Zentimeter reduziert werden, am Pegel Deggendorf um bis zu 24 Zentimeter. Der Flutpolder Bertoldsheim allein senkt den Pegel in Ingolstadt um mehr als 20 Zentimeter.

Die Berechnungen basieren auf sogenannten Überlastfällen, also extremen Hochwasserereignissen, die deutlich über ein HQ100 hinausgehen. Gerade in solchen Szenarien entfalten Flutpolder ihre größte Wirkung und tragen dazu bei, Schadenspotenziale erheblich zu reduzieren.

Flutpolder deutlich wirksamer als Alternativen

Vergleichsanalysen zeigen, dass Rückhaltebecken an Zuflüssen die Wirkung von Flutpoldern nicht ersetzen können. Selbst bei identischem Rückhaltevolumen fällt die Reduktion des Hochwasserscheitels deutlich geringer aus. Auch eine Verdopplung der Rückhaltekapazitäten in Seitengewässern erreicht im Mittel nur rund 70 Prozent der Wirkung von Flutpoldern.

Ein optimiertes Staustufenmanagement kann zusätzliche Effekte erzielen, bleibt jedoch in seiner Wirkung begrenzt. Die Pegelreduktion bewegt sich lediglich im niedrigen einstelligen Prozentbereich und hat keinen entscheidenden Einfluss auf die Dynamik der Hochwasserwelle.

Grundwasserschutz berücksichtigt

Ein weiterer Schwerpunkt der Untersuchungen lag auf der Grundwassersituation an den Standorten Bertoldsheim, Eltheim und Wörthhof. Die Ergebnisse zeigen, dass sich negative Auswirkungen für Anlieger vermeiden lassen. Grundlage sind numerische Grundwassermodelle sowie geplante Schutzmaßnahmen.

Zum Einsatz kommen unter anderem:

  • Dichtwände zur Begrenzung von Wasserbewegungen
  • Drainagesysteme zur gezielten Ableitung
  • Sicherungsbrunnen zur Stabilisierung des Grundwasserspiegels

Konkrete Planung und Dialog mit den Regionen

Auf Basis der vertieften Untersuchungen wurde ein konkreter Umsetzungsvorschlag erarbeitet. Neben sieben bereits festgelegten Standorten soll auch Bertoldsheim erhalten bleiben. Die geplanten Polder in Wörthhof und Eltheim werden zu einer wirkungsgleichen Variante mit rund 30 Millionen Kubikmetern Rückhaltevolumen zusammengeführt.

Die weitere Planung erfolgt im engen Austausch mit den betroffenen Regionen. Informationsveranstaltungen sollen die nächsten Schritte begleiten und Raum für Diskussionen bieten. Ziel ist es, die Anforderungen des Hochwasserschutzes mit den Interessen der Anwohner in Einklang zu bringen.

Damit rückt ein zentraler Baustein für den zukünftigen Hochwasserschutz an der Donau näher – mit direkter Relevanz auch für den Garten- und Landschaftsbau, etwa bei der Umsetzung wasserbaulicher Maßnahmen und der Gestaltung resilienter Landschaftsräume.

13.07.2021

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