Bedeutung und Ziele des Bayerischen Streuobstpakts
Bei der Übergabe der Förderbescheide hob Glauber die Bedeutung von Streuobstwiesen hervor:
Streuobstwiesen sind Hotspots der Artenvielfalt und ein klares Bekenntnis zum Artenschutz. Streuobstwiesen sind zudem ein wunderbarer Schatz für die Menschen und ihre Ernährung. Ob Äpfel, Kirschen, Zwetschgen oder Birnen: Die ganze Vielfalt des Streuobsts gedeiht in unserer bayerischen Heimat. Um diese Vielfalt zu schützen und zu fördern, hat der Freistaat mit den Naturschutz- und Landschaftspflegeverbänden, den Bauern, den Saftherstellern, Baumschulen, Gartenbauvereinen und vielen weiteren Akteuren den Streuobst-Pakt geschlossen. Mit den drei neuen Großprojekten nimmt der Streuobstpakt weiter Fahrt auf.
Der Bayerische Streuobstpakt, geschlossen am 18. Oktober 2021, zielt darauf ab, den Streuobstanbau als wertvolle Kulturlandschaft und Biodiversitätsfaktor zu erhalten. Bis 2035 sollen eine Million zusätzliche Bäume gepflanzt und bestehende Streuobstwiesen bewahrt werden. Streuobstbestände zählen mit etwa 500 Tier- und Pflanzenarten zu den artenreichsten Lebensräumen Mitteleuropas.
Das Aktionsbündnis Streuobst als größtes Projekt
Das größte der neuen Projekte ist das "Aktionsbündnis Streuobst" mit einem Volumen von rund 5,1 Millionen Euro. Es ist eine Kooperation des Landesbundes für Vogel- und Naturschutz in Bayern e.V. (LBV), des Bund Naturschutz in Bayern e.V. (BN) und des Deutschen Verbands für Landschaftspflege Bayern e.V. (DVL).
Als Unterzeichner des Bayerischen Streuobstpakts ist es unser Ziel, uns gemeinsam für diese artenreiche Kulturlandschaft im Freistaat einzusetzen. Hierfür nutzen wir die Stärken unserer Verbände in ihrer regionalen Vernetzung und fördern naturschutzfachlich wertvolle Streuobstwiesen, um deren Nutzung und Erhalt langfristig zu sichern. Das Fachwissen und die langjährige Erfahrung der drei Verbände werden wir bündeln und in den Verbänden sowie für die Bevölkerung zugänglich machen.
Zentrale Bestandteile des Projekts sind praktische Maßnahmen in Streuobstwiesen, der Aufbau von Strukturen zur langfristigen Betreuung der Bestände vor Ort sowie Weiterbildungsmaßnahmen, Öffentlichkeitsarbeit und Mitmachaktionen.
Regionale Projekte in Mittelfranken im Fokus
- Das Projekt "Streuobst für Mittelfranken" des Landschaftspflegeverbands Mittelfranken mit rund 1,5 Millionen Euro. Ziel ist es, Bürger für das Thema Streuobst zu begeistern, unter anderem durch einen "Streuobstbotschafter" und neue "Streuobstpfleger" als lokale Ansprechpartner.
Jetzt kann der Landschaftspflegeverband Mittelfranken einen Booster für das Streuobst starten und damit in Sachen Neupflanzungen, Obstbaumpflege und regionaler Verwertung das bereits Geleistete nochmals richtig toppen. Zukunftsfähiges Streuobst funktioniert nur mit den Menschen vor Ort: Unser Projekt will wieder Lust auf heimisches Streuobst machen!
- Das Projekt "Mehr Baamaland für Frankens Mehrregion" des Landschaftspflegeverbands Neustadt a.d. Aisch-Bad Windsheim mit rund 60.000 Euro. Dieses Leuchtturmprojekt setzt modellhaft Maßnahmen in den Gemeinden Burgbernheim, Weigenheim und Burghaslach um. Die Aktivitäten reichen von Streuobst-Werkstätten über Grüne Klassenzimmer und Mitmachaktionen bis hin zur Organisation in Streuobst-Kümmerer-Netzwerken und Vermarktungsinitiativen. Helga Kerwagen, Geschäftsführerin des Landschaftspflegeverbands Neustadt a.d. Aisch-Bad Windsheim, betonte:
Streuobstwiesen und -äcker sind wahre Schatzkammern der Artenvielfalt für Fauna und Flora. Das Leuchtturmprojekt 'Mehr Baamaland für Frankens Mehrregion' im Landkreis Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim setzt modellhaft und innovativ Maßnahmen – konzentriert auf die drei Gemeinden Burgbernheim, Weigenheim, Burghaslach – um. Die Aktivitäten reichen von Streuobst-Werkstätten, Grünen Klassenzimmern und Mitmachaktionen bis hin zur Organisation in Streuobst-Kümmerer-Netzwerken und Vermarktungsinitiativen. So wird das Bewusstsein für Streuobst in der Bevölkerung geschärft. Das Projekt wird Impulsgeber sein für weiteres Engagement – zu mehr Baamaländle!
Finanzierung und Ausblick auf weitere Projekte
Das Umweltministerium fördert diese drei Projekte mit einer Gesamtsumme von rund 6,5 Millionen Euro. Die beteiligten Verbände tragen einen Eigenanteil von 10 Prozent. Insgesamt fördert das Umweltministerium im Rahmen des Bayerischen Streuobstpaktes bis 2035 mehr als 20 mehrjährige Großprojekte in allen bayerischen Regierungsbezirken. Die ersten beiden Projekte starteten Anfang 2023 in Oberfranken.
