Erfolgreicher Abschluss des Projekts zur Artenvielfalt in Bayreuth
Der Erhalt bayerischer Streuobstwiesen ist ein zentrales Anliegen der Bayerischen Staatsregierung. Im Landkreis Bayreuth wurde ein dreijähriges Projekt zur Förderung der Artenvielfalt in Streuobstwiesen erfolgreich beendet.
"Streuobstwiesen sind Hotspots der Artenvielfalt. Den unglaublichen biologischen Reichtum auf den wertvollen bunten Wiesen wollen wir schützen und ausbauen. Streuobstwiesen sind faszinierend und so kostbar für Bayern wie die Korallenriffe für Australien. Streuobstwiesen sind auch ein Gewinn für die Wertschöpfung vor Ort und für die Regionen in Bayern. Das innovative Streuobst-Projekt in Bayreuth mit Mitmachaktionen und einer Streuobst-Plattform ist ein vorbildliches Beispiel für bürgerschaftliches Engagement beim Arten- und Biotopschutz. Ich bin überzeugt: Nur gemeinsam kommen wir beim Erhalt der Naturvielfalt voran."
Ein wesentlicher Aspekt des vom Bayerischen Naturschutzfonds mit über 240.000 Euro geförderten Pilotprojekts war die Sensibilisierung von Bürgern und Kommunen für die Bedeutung dieses Lebensraums.
Maßnahmen und Ergebnisse des Projekts
Im Rahmen des BayernNetzNatur-Projekts wurden in vier Schwerpunktgebieten Maßnahmen zur Aufwertung der Obstwiesen umgesetzt. Dazu gehörten die Neupflanzung und Pflege von Obstbäumen, das Anbringen von Nisthilfen für Vögel, Fledermäuse und Insekten sowie die Anlage von Blühflächen auf den Streuobstwiesen.
Zudem wurden Initiativen zur Vermarktung des Obstes entwickelt und ein begleitendes Monitoring vorbereitet. Das Projekt soll über den Bayerischen Streuobstpakt, der kürzlich in Bamberg gestartet wurde, fortgeführt werden. Träger des Projekts sind die Landschaftspflegeverbände Weidenberg und Umgebung sowie Fränkische Schweiz, gemeinsam mit dem Landesbund für Vogelschutz.
Bedeutung der Streuobstwiesen und der Bayerische Streuobstpakt
Streuobstwiesen stellen in Bayern eine traditionelle Form des Obstanbaus dar und sind von großer Bedeutung für die Kulturlandschaft und die Biodiversität. Über 2.000 Obstsorten werden in Bayern als Streuobst angebaut. Diese Bestände zählen zu den artenreichsten Lebensräumen in Mitteleuropa und beherbergen rund 5.000 Tier- und Pflanzenarten. Seit 1965 sind jedoch etwa 70 Prozent der Streuobstbestände in Bayern verloren gegangen.
Die Bayerische Staatsregierung hat im Oktober 2021 den Bayerischen Streuobstpakt zusammen mit zahlreichen Verbänden unterzeichnet. Ziel ist es, den aktuellen Streuobstbestand in Bayern zu erhalten und zusätzlich eine Million Streuobstbäume neu zu pflanzen. Das Bayerische Umweltministerium unterstützt die Bezirksregierungen und Landratsämter bei der Umsetzung des Streuobstpakts mit Mitteln für insgesamt 26 Streuobstmanager.
