Anerkennung für naturnahe Gestaltung in der Ewaldstraße
Der Naturgarten in der Ewaldstraße wurde kürzlich mit der Auszeichnung „Silber“ im Rahmen der bundesweiten Kampagne „Tausende Gärten – Tausende Arten“ (TGTA) gewürdigt. Die Stiftung für Mensch und Umwelt, die den Garten gestaltet hat, sowie die Berliner Bau- und Wohnungsgenossenschaft von 1892 eG als Eigentümerin des Nachhaltigkeitshauses in Berlin, äußerten sich erfreut über die Anerkennung.
Seit über einem Jahr bietet der Garten in der Ewaldstraße seinen Bewohnern naturnahe Elemente wie Trockenmauern, Lesesteinhaufen, eine Blumenwiese und Totholz-Stelen. Die naturnahe Gestaltung fand auch im Fachkreis Anklang. Eine zweistündige Begehung durch eine TGTA-Begutachterin führte zur „Silber“-Prämierung. Die Jury begründete die Vergabe von „Silber“ anstelle von „Gold“ mit dem Vorhandensein eines nicht heimischen Kirschlorbeers, der von einem Bewohner gepflanzt wurde.
Wir möchten Zeichen setzen und dem Artenschwund entgegenwirken. Gleichzeitig liegt uns natürlich auch das Wohlergehen unserer Bewohner am Herzen. Der prächtige Naturgarten ist eine Win-Win-Situation!
erklärte Alexander Stöckl, Vorstand der Berliner Bau- und Wohnungsgenossenschaft von 1892 eG. Auch Dr. Corinna Hölzer und Cornelis Hemmer, Gründer und Leiter der Stiftung für Mensch und Umwelt, betonten die Rolle des Wohnungsbaus:
Der Wohnungsbau hat einen großen Hebel, was die Förderung der biologischen Vielfalt betrifft. Glücklicherweise erkennen das immer mehr Entscheider. Viele kommen bereits von selbst auf uns zu und fragen, ob wir auch ihre Fläche naturnah umgestalten können. Ein guter Trend!
Die Stiftung für Mensch und Umwelt realisiert individuelle Naturgartengestaltungen für unterschiedliche Raumgrößen. Der Naturgarten in der Ewaldstraße ist die dritte ausgezeichnete Projektfläche der Stiftung, wobei zwei weitere Flächen zuvor bereits mit „Gold“ prämiert wurden.
Fachwissen zur naturnahen Gestaltung und Pflege
Das Naturgartenteam der Stiftung für Mensch und Umwelt plant und gestaltet nicht nur naturnahe Flächen, sondern bietet auch kostenfreies Lernmaterial online an. Ihre mehrjährige Naturgarten-Erfahrung aus dem Projekt „Treffpunkt Vielfalt“ ist zudem im Buch „Der Handlungsleitfaden“ zusammengefasst.
Hintergrund des Projekts
In der Ewaldstraße in Treptow-Köpenick entstand 2022 das erste europäische genossenschaftliche Neubauprojekt. Die 40 Wohnungen wurden in Kooperation mit der Berliner Bau- und Wohnungsgenossenschaft von 1892 eG realisiert. Der Fokus lag auf Nachhaltigkeit und einem ressourcensparenden Umgang mit Baumaterialien. Das Gebäude verfügt über eine Photovoltaikanlage, Wärmepumpen, die an Flächenkollektoren im Boden gekoppelt sind, sowie ein insektenfreundliches Beleuchtungskonzept.
Bedeutung naturnaher Gartengestaltung
Der Rückgang und die Gefährdung vieler Insekten werden maßgeblich durch die Zerstörung ihrer Lebensräume und die Verminderung ihrer Nahrungsquellen verursacht. Einige Wohnungsbauunternehmen haben diese Problematik erkannt und engagieren sich für die naturnahe und insektenfreundliche Gestaltung ihrer Flächen.
Über die Stiftung für Mensch und Umwelt
Die Stiftung für Mensch und Umwelt ist eine gemeinnützige Berliner Stiftung. Sie entwickelt eigene Projekte wie Naturgärten im Wohnungsbau und naturnahe Firmengärten. Bekannt ist sie auch für ihre Initiative „Deutschland summt!“.

