Die Grüne Stadt

Essen zieht Bilanz als Grüne Hauptstadt Europas 2017

Essen blickt auf ein erfolgreiches Jahr als Grüne Hauptstadt Europas 2017 zurück. Mit 453 realisierten Projekten und 200.000 Besuchern wurde der Grundstein für eine „Grüne Dekade“ gelegt. Die Stadt präsentierte sich als zukunftsfähige Metropole im Strukturwandel.

Erfolgreiche Bilanz und Ausblick auf die „Grüne Dekade“

Die Stadt Essen hat ihre Rolle als Grüne Hauptstadt Europas an Nijmegen übergeben und eine Bilanz des Titeljahres 2017 vorgelegt. Insgesamt wurden 453 Projekte realisiert, darunter 187 Eigenprojekte, 56 Tagungen und Konferenzen sowie 210 Bürgerprojekte. Die Veranstaltungen zogen rund 200.000 Besucher an.

Die Verantwortlichen bewerten das Jahr als Erfolg, der als Motor für die zukünftige Entwicklung Essens und der Region dient. Das Titeljahr markierte den Beginn einer „Grünen Dekade“ für die Region, die unter anderem den Abschluss des Steinkohlebergbaus, die Fertigstellung des Emscherumbaus 2020, die Ergebnispräsentationen der KlimaExpo.NRW und der klimametropole RUHR 2022 sowie die Internationale Gartenausstellung 2027 umfasst.

Es ist uns gelungen, Essen als pulsierende, zukunftsfähige und moderne Grüne Hauptstadt Europas zu präsentieren, auf die die Bürgerinnen und Bürger zu Recht stolz sein können. Dieses Bild ist um die Welt gegangen – Essen ist nicht mehr die Kohle- und Stahlstadt von einst, sondern eine Metropole, deren beeindruckender Wandel als Zukunftsmodell für andere Städte im Strukturwandel dient. Dabei ist mir eines besonders wichtig: Die Essenerinnen und Essener haben selbst den Wandlungsprozess angestoßen und sind ein wesentlicher Teil dieses Prozesses.

Dies erklärte Thomas Kufen, Oberbürgermeister von Essen. Das Gesamtbudget für das Projekt belief sich auf 16,5 Millionen Euro, finanziert durch die Stadt, die Landesregierung NRW, das Bundesumweltministerium und Sponsoren. Über 50 Prozent des Budgets flossen direkt in Projekte. Von den rund 8,6 Millionen Euro Projektmitteln wurden 71 Prozent für nachhaltige Projekte, Baumaßnahmen, Ausstellungen, Tagungen und Konferenzen verwendet. Die restlichen 29 Prozent dienten der Finanzierung von Events wie der Eröffnung und dem Familien- und Gartenfest „Grün auf! Altendorf“.

Nachhaltige Wirkung über das Titeljahr hinaus

Die Nachhaltigkeit der Maßnahmen stand im Fokus des Jahres als Grüne Hauptstadt. Projekte sollten die Bürger für grüne Themen sensibilisieren und sichtbare Veränderungen im Stadtbild bewirken.

Nachhaltigkeit – das war die zentrale Forderung in unserem Jahr als Grüne Hauptstadt. Wir haben Projekte durchgeführt, die die Bürgerinnen und Bürger zum Umdenken angeregt und sie für grüne Themen sensibilisiert haben – ohne erhobenen Zeigefinger. Und wir haben Projekte umgesetzt, die im Stadtbild über das Jahr 2017 hinaus sichtbar sein werden. Wir bleiben Grüne Hauptstadt Europas und wir werden weiter die Ziele verfolgen, die wir uns gesetzt haben.

Dies betonte Simone Raskob, Umwelt-, Bau- und Sportdezernentin der Stadt Essen und Projektleiterin der Grünen Hauptstadt Europas – Essen 2017. Fünf Themenfelder wurden bearbeitet: „Mein Grün“, „Meine Flüsse“, „Mein Einkauf“, „Meine Wege“ und „Meine Zukunft“.

Zu den umgesetzten Projekten gehören die Eröffnung von zwei Mobilstationen mit E-Auto-Lade- und Leihfahrräder-Stationen, das E-Rikschaprojekt „Radeln ohne Alter“, das 843 Senioren beförderte, die Ruhr-Badestelle am Seaside Beach Baldeney, die emissionsarme MS innogy auf dem Baldeneysee sowie 3.000 mit Sprüchen beklebte Mülleimer. Im Themenfeld „Meine Zukunft“ lag der Schwerpunkt auf Bildung, unter anderem in Zusammenarbeit mit der Schule Natur, der Volkshochschule Essen und der Universität Duisburg-Essen. Die 56 Tagungen und Konferenzen mit rund 12.000 Teilnehmern trugen ebenfalls zur Verbreitung nachhaltiger Ideen und Lösungen bei.

Essen als Modellstadt für Strukturwandel

Der Titel hatte auch Auswirkungen auf die Netzwerkarbeit. Über 50 Partner und Sponsoren engagierten sich lokal und regional. International positionierte sich Essen als Modellstadt des Wandels. Die Stadt hatte zahlreiche Auftritte auf der Weltklimakonferenz COP 23 in Bonn. Delegationen und Journalisten aus rund vierzig Ländern informierten sich vor Ort über die Entwicklung Essens.

Wir haben im Grüne Hauptstadt-Jahr ein neues Bild von Essen gezeigt, das um die Welt gegangen ist und viele überrascht und begeistert hat.

So Thomas Kufen. Essen gewann international an Ansehen und ist nun Teil internationaler Netzwerke wie der „Climate Alliance“, „Eurocities“ und der „Urban Transition Alliance“, die Essen gemeinsam mit Fachkollegen aus dem Ruhrgebiet, den USA und China sowie ICLEI – Local Governments for Sustainability im Rahmen der COP 23 ins Leben rief.

Auch touristisch profitierte die Stadt: Es wurden 384.000 zusätzliche Besuche von Tagestouristen und 120.000 zusätzliche Übernachtungen in einem messeschwachen Jahr verzeichnet. Der Grugapark verzeichnete 2017 ein Rekordjahr mit 1,1 Millionen Besuchern, was einem Anstieg von 7,5 Prozent gegenüber 2016 entspricht.

19.01.2018

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