Landesgartenschauen stärken Stadtentwicklung, Klimaresilienz und Lebensqualität nachhaltig
Die Garten- und Landschaftsbau-Branche in Nordrhein-Westfalen profitiert seit Jahrzehnten von einem etablierten Instrument der Stadt- und Regionalentwicklung: den Landesgartenschauen. Seit den 1980er Jahren prägen sie die Entwicklung urbaner Freiräume und gelten heute als feste Größe innerhalb der Landeskultur sowie als Impulsgeber für nachhaltige Projekte.
Auch die Landesgartenschau 2020 in Kamp-Lintfort bestätigt diese Bedeutung, trotz erschwerter Rahmenbedingungen durch die Corona-Pandemie. Der reguläre Start musste mehrfach angepasst werden, die offizielle Eröffnung entfiel vollständig. Für die beteiligten Betriebe bedeutete dies den Wegfall einer wichtigen Plattform für Austausch und Präsentation.
„Selbstverständlich respektieren wir diese Entscheidung, schließlich geht die Sicherheit der Bevölkerung absolut vor. Dennoch bedauern wir diese Absage sehr, denn so fehlt zum Beginn der Gartenschau eine wichtige Netzwerkveranstaltung.“
Impulsgeber für Strukturwandel und Stadtentwicklung
Landesgartenschauen wirken weit über den Veranstaltungszeitraum hinaus. Sie setzen gezielte Impulse für den Strukturwandel und stärken die Attraktivität von Städten und Regionen. Besonders in ehemaligen Industriestandorten zeigt sich die Bedeutung grüner Projekte als Motor für neue Nutzungskonzepte.
In Kamp-Lintfort wird dieser Wandel exemplarisch sichtbar. Der ehemalige Bergbaustandort entwickelt sich zunehmend zu einer modernen Wohn- und Hochschulstadt. Der neu geschaffene Zechenpark fungiert dabei als zentrales Element der grün-blauen Infrastruktur und bildet das Rückgrat der städtebaulichen Entwicklung.
„Wir müssen die Resilienz unserer Städte und Gemeinden stärken und alles dafür tun, den Gesundheitsschutz und die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger zu stärken und zu verbessern.“
Für den Garten- und Landschaftsbau ergibt sich daraus ein breites Aufgabenfeld: von der Planung und Umsetzung öffentlicher Grünanlagen bis hin zur Gestaltung privater Außenräume. Nachhaltige Freiraumkonzepte sind dabei zunehmend gefragt.
Steigende Bedeutung öffentlicher Grünflächen
Die Corona-Pandemie hat die Relevanz von Grünflächen zusätzlich verstärkt. Öffentliche Parks, Gärten und Freiräume wurden zu zentralen Orten für Erholung, Bewegung und soziale Teilhabe. Besonders in dicht besiedelten Regionen zeigte sich der steigende Nutzungsdruck auf vorhandene Flächen.
Ergebnisse einer repräsentativen Befragung unterstreichen diesen Trend: Ein großer Teil der Bevölkerung misst Natur, Bewegung im Freien und regionalen Angeboten heute eine deutlich höhere Bedeutung bei. Grünflächen werden verstärkt als unverzichtbarer Bestandteil der Lebensqualität wahrgenommen.
„Die wochenlangen Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen haben gezeigt, welch große Bedeutung öffentliche Grünflächen und Freiräume haben.“
Vor allem Menschen ohne eigene Außenflächen profitieren von gut zugänglichen öffentlichen Anlagen. Hier wird deutlich, welche gesellschaftliche Funktion professionell gestaltete Freiräume erfüllen.
Praxisnahe Lösungen für Kommunen und Betriebe
Die Landesgartenschau in Kamp-Lintfort bietet trotz Einschränkungen konkrete Einblicke in aktuelle Entwicklungen. Kommunen und Fachbetriebe erhalten praxisnahe Anregungen für die Gestaltung zukunftsfähiger Freiräume – von klimaangepassten Konzepten bis hin zu multifunktionalen Nutzungsansätzen.
Für den Garten- und Landschaftsbau bleibt die Entwicklung grüner Infrastruktur ein zentrales Arbeitsfeld. Die steigenden Anforderungen an Klimaanpassung, Aufenthaltsqualität und Nutzungsoffenheit erfordern integrierte Lösungen, die ökologische, ökonomische und gesellschaftliche Aspekte gleichermaßen berücksichtigen.
Landesgartenschauen zeigen dabei exemplarisch, wie diese Anforderungen erfolgreich umgesetzt werden können – und liefern wichtige Impulse für die tägliche Praxis im urbanen und kommunalen Raum.


