Bedeutung des Grünlands für Biodiversität und Ressourcen
Grünlandflächen prägen Agrarlandschaften und besitzen einen hohen ästhetischen Naturwert. Ihr Schutz innerhalb der GAP ist von großer Bedeutung, insbesondere angesichts des Verlusts an Grünland sowie seiner Pflanzen- und Tierartenvielfalt.
Grünland spielt für den Schutz von Biodiversität, aber auch für die Ressourcen Wasser, Boden und Klima eine zentrale Rolle. Nur wenn es uns gelingt, das Grünland in Umfang und Qualität zu sichern und zu entwickeln, können wir unserer Verantwortung gerecht werden und die bis 2020 vereinbarten Biodiversitätsziele auf europäischer und bundesdeutscher Ebene erreichen.
Dies betonte Professor Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamts für Naturschutz. Sie hob hervor, dass der Erhalt von Dauergrünland auf Betriebsebene durch die GAP verankert werden müsse. Zudem sollten Nutzungssysteme, die der Biodiversität dienen, für Landwirte attraktiv und rentabel gestaltet werden.
Neue Ansätze und Referenzjahre für den Grünlandschutz
Neben traditionellen Nutzungen wie Wiesen und Weiden sollten auch neuartige Ansätze wie Agroforstsysteme oder großflächige Weidelandschaften stärker berücksichtigt werden. Die BfN-Präsidentin begrüßte die Absicht der EU-Kommission, dem Grünlandschutz ab 2014 eine größere Bedeutung beizumessen.
Um einen erfolgreichen Grünlandschutz zu gewährleisten und einem vorsorglichen Umbruch durch Betriebe vorzubeugen, sollte das Referenzjahr für die Ermittlung der zu erhaltenden Dauergrünlandfläche in der Vergangenheit liegen.
Die Legislativvorschläge der EU-Kommission, die in Kürze erwartet werden, sollen erste Erkenntnisse darüber liefern, ob ein Weg aus der aktuellen Situation gefunden werden kann.
In diesem Kontext ist das Praxishandbuch "Naturschutzbrachen im Ackerbau. Anlage und optimierte Bewirtschaftung kleinflächiger Lebensräume für die biologische Vielfalt" von Berger, G. & Pfeffer, H. (2011) relevant. Dieses Projekt wurde vom Bundesumweltministerium gefördert, vom Bundesamt für Naturschutz fachlich betreut und vom Leibnitz-Zentrum für Agrarforschung (ZALF) e.V. in Kooperation mit dem Deutschen Bauernverband durchgeführt.