Strategie 2014: Vertrieb und Markenführung im Fokus
Die hagebau stellte erstmals ihre Strategie 2014 vor. Dr. Manfred Toscani betonte die Notwendigkeit für den Fachhandel, operativer und systematischer zu agieren und enger mit den Gesellschaftern zusammenzuarbeiten. Im Vertrieb soll der Ausbau der Spezialisierungspakete zu einem System erfolgen. Die bereits umgesetzte Spezialisierung 2.0, die das Leistungsprinzip auf Standortebene verankert, wurde als Schritt zu mehr Verbindlichkeit genannt.
Die Gesellschafter bewerteten das neue Konzept in den Vollversammlungen positiv. Als wichtiges Vertriebsprojekt nannte Dr. Manfred Toscani den Systematisierten Baustoffhandel, der Generalisten ein neues Marktkonzept mit Systemelementen bietet.
Durch die Kombination von System- und Baustoffhandels-Know-how ergeben sich für unsere Gesellschafter wertvolle Vorteile im Markt.
Der Geschäftsführer maß dem Thema Markenführung besondere Bedeutung bei. Das Motto des hagebau FORUMs, „Mehr möglich machen“, ist zugleich der Claim der neuen Marke hagebau. Diese soll gemäß der Strategie 2014 in allen Vertriebskanälen – Einzelhandel, Online-Geschäft und Fachhandel – genutzt werden. Das Konzept basiert auf einer dualen Markenführung, bei der die Gesellschafter ihre regionale Marke beibehalten und diese mit dem hagebau Achteck aufladen. Die Attribute „nah“, „persönlich“, „solide“ und „professionell“ sollen dabei an Endverbraucher und Profikunden kommuniziert werden.
Dr. Manfred Toscani forderte die Fachhändler auf, die Marke hagebau aktiv nach außen zu tragen.
Werden Sie vom Benutzer zum Bekenner!
Zur Unterstützung der dualen Markenführung entwickelte der hagebau Fachhandel ein „Bekennerbuch“, das dem Plenum vorgestellt wurde. Das Druckwerk zeigt die Möglichkeiten der Strategie auf, nennt Ansprechpartner für die Umstellung und stellt die Leistungsfähigkeit der Planungs- und Marketingabteilung dar. Jörg Westergaard, Abteilungsleiter Fachhandelsmarketing, vertiefte dieses Thema in seinem Vortrag „Marketing ist kein rausgeschmissenes Geld.“
Baustoffhandel und Logistik im Fokus
Hartmut Goldboom, Bereichsleiter Baustoffhandel, beleuchtete die aktuelle Marktsituation. Er konstatierte eine Erholung nach der Krise, äußerte jedoch Sorge bezüglich des Wohnungsbaus. Während der Einfamilienhaussektor sich auf niedrigem Niveau stabilisiert habe, böten der Mehrfamilienhausbau und der Nichtwohnbau bessere Perspektiven. Der Modernisierungsbau bleibe eine Stütze der Nachfrageentwicklung. Im strategischen Einkauf wurden durch neue Lieferanten zusätzliche Erträge erzielt.
Die Vorbereitung auf Industriegespräche wurde durch Schulungen optimiert, was zu einer Steigerung der Bonusquote im Baustoffhandel führte. Auch der operative Einkauf entwickelte sich positiv; die Zahl der Aktionen soll im laufenden Jahr auf über 100 steigen. Das hagebau Einkaufsboard trug als Entscheidungsgremium zum zielgerichteten Ausbau und zur Erwirtschaftung von Zusatzerträgen bei. Der operative Einkauf im Baustoffhandel soll weiter wachsen, wobei Zentralläger eine wichtige Rolle spielen. Hartmut Goldboom verwies auf das erfolgreiche neue Zentrallager-Logistikmodell.
Damit haben wir es geschafft, die Zentralläger zu einem echten Erfolgsbaustein zu machen.
Stefan Machheit, Bereichsleiter Logistik, stellte das jüngste Arbeitsfeld der hagebau vor. Der Fokus liegt auf der Beschaffungslogistik, für die ein Drei-Phasen-Konzept entwickelt wurde. Die erste Phase sieht die Trennung von Ware und Dienstleistung vor. Trotz der Komplexität mit 2.000 aktiven Lieferanten und rund 1 Million Artikeln wurden bereits erfolgreiche Gespräche mit ersten Lieferanten geführt. In der zweiten Phase soll die lieferantengetriebene Logistik durch eine beschaffungsgetriebene Logistik ersetzt werden, um den Handel als Systemführer in der Logistik zu etablieren. Der Vortrag „Gemeinsame Potenziale und Synergien durch Kooperation“ von Stefan Machheit und Martin Krumhaar (SAINT-GOBAIN ISOVER G+H AG) verdeutlichte die Vorteile logistischer Zusammenarbeit und die Win-Win-Situation bei E-Business-Prozessen zwischen hagebau und SAINT-GOBAIN ISOVER G+H.
Entwicklungen im Holz- und Fliesenfachhandel
Ralf Ax, Bereichsleiter Holzhandel, präsentierte die Entwicklung des hagebau Holzhandels. Trotz der Krise wird für 2009 ein Plus von 2 Prozent erwartet. Die Kooperation differenziert sich durch die Zertifizierung als erste Verbundgruppe im deutschen Holzfachhandel nach PEFC und FSC. Auch die ZEUS und die Zentralläger sollen zertifiziert werden.
Der Rohstoffmarkt im Holzhandel ist durch eine steigende Nachfrage nach Holz für die Energiegewinnung gekennzeichnet. Während die stoffliche Verwendung seit 1987 um 60 Prozent zunahm, wuchs die energetische Verwertung um 300 Prozent.
Dieser Trend wird anhalten und die Preise im Holzhandel steigen lassen.
Ralf Ax warb für die Eigenmarke PICOfloor, die nach einem Relaunch eine attraktivere Produktpalette bietet und allen Fachhändlern offensteht. Artikel können kommissionsweise über die Zentralläger bestellt werden. Weitere Informationen erhielten die Gesellschafter beim hagebau Holzhandelstag.
Dr. Manfred Toscani erläuterte als kommissarischer Leiter des Fliesen-/Natursteinfachhandels die Eckpunkte dieses Bereichs. Ein neuer Kernbaustein mit 220 Artikeln und ein Premiumsortiment mit 170 Artikeln wurden entwickelt, die über die Zentralläger dem Einzel- und Baustoffhandel zur Verfügung stehen. Die hagebau Fliesensparte verzeichnete im laufenden Jahr ein Umsatzwachstum, das dem erfolgreichen Relaunch der Marke IGA zugeschrieben wird.
Für die Zukunft hat sich die hagebau ehrgeizige Ziele gesetzt: Der Einkaufsumsatz soll auf über 200 Millionen Euro ausgebaut werden. Dies soll durch die Versorgung von Generalisten im Baustoffhandel, internes Wachstum der Spezialisten und Baumärkte sowie externes Wachstum durch Akquise erreicht werden. Auch die Internationalisierung im Einkauf steht im Fokus.
Wir wollen ein namhafter Spieler im deutschen Fliesenmarkt werden.