Die Grüne Stadt

Agenda 2030: Kommunen zeigen Fortschritte, aber Tempo muss zunehmen

Eine aktuelle Studie beleuchtet den Umsetzungsstand der Agenda 2030 in deutschen Kommunen. Obwohl Fortschritte in einzelnen Bereichen erzielt wurden, ist eine Beschleunigung der Umsetzung notwendig, um die UN-Nachhaltigkeitsziele fristgerecht zu erreichen.

Halbzeitbilanz der Agenda 2030 in deutschen Kommunen

Vor rund acht Jahren verabschiedeten die Vereinten Nationen in New York die Agenda 2030. Ihr Ziel ist es, das globale Handeln so auszurichten, dass der Planet auch für künftige Generationen eine lebenswerte Umwelt bietet. Hierfür wurden 17 Nachhaltigkeitsziele (SDGs) definiert.

Eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Urbanistik (Difu), im Auftrag der Bertelsmann Stiftung erstellt, beleuchtet den Umsetzungsstand dieser Agenda in deutschen Kommunen. Die "Halbzeitbilanz zur Umsetzung der Agenda 2030 in deutschen Kommunen" wurde im Rahmen des Kommunalkongresses 2023 in Potsdam vorgestellt.

Kommunen spielen eine zentrale Rolle bei der Erreichung der Nachhaltigkeitsziele. Die Studie zeigt, dass in einzelnen Bereichen Fortschritte erzielt wurden, das Ziel jedoch noch nicht erreicht ist. Insbesondere in der Verkehrswende, Klimawende und Flächenwende leisten Kommunen wesentliche Beiträge.

Erhebliche Fortschritte wurden in den Bereichen Armutsbekämpfung, bezahlbare und saubere Energie, menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum, Industrie, Innovation und Infrastruktur sowie Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen festgestellt.

Kommunen messen den Zielen hochwertige Bildung, bezahlbare und saubere Energie sowie Maßnahmen zum Klimaschutz eine besonders hohe Relevanz bei. Trotz der Fortschritte ist eine Beschleunigung der Umsetzung notwendig, um die UN-Nachhaltigkeitsziele fristgerecht zu erreichen.

Die Difu-Studie identifiziert auch negative Langzeittrends, darunter hohe Schulabbrecherquoten und eine übermäßige Flächeninanspruchnahme. Das Difu-Forschungsteam schlägt zehn konkrete Maßnahmen vor, um die Nachhaltigkeitsziele in den Kommunen schneller zu erreichen. Dazu gehören eine Ressourcenwende für mehr Klimaschutz, eine deutliche Reduzierung der Flächenneuinanspruchnahme zur Erhaltung der Biodiversität sowie eine verstärkte soziale Gesellschaftswende.

Damit wir die Nachhaltigkeitsziele erreichen können, müssen bewährte Instrumente der nachhaltigen Entwicklung angewendet und strategische Steuerung, Wirkungsmessung, Erfahrungsaustausch und Netzwerke gestärkt werden. Lokales Handeln hat globale Auswirkungen, und deshalb ist es wichtig, dass die Kommunen weiterhin an ihrer Umsetzung arbeiten – und dabei auch unterstützt werden.

Dies kommentiert Difu-Studienleiter Oliver Peters. Die Kommunen selbst bewerten nachhaltige Entwicklung als sehr wichtig, zeigen sich jedoch unzufrieden mit den Fortschritten der letzten Jahre. Sie wünschen sich eine schnellere Umsetzung vor Ort und stärkere Unterstützung von Bund und Ländern.

Laut Difu-Untersuchung sind für die Zielerreichung eine verstärkte politische Rückendeckung durch Bund und Länder sowie eine Bündelung und Verstetigung der Förderprogramme erforderlich. Zudem ist eine umfassende Nachhaltigkeitsberichterstattung durch die Schließung von Datenlücken von großer Bedeutung.

Die Anwendung bewährter Instrumente der nachhaltigen Entwicklung, der Ausbau strategischer Steuerung und Wirkungsmessung, der Erfahrungsaustausch und die Nutzung von Netzwerken sind entscheidend.

07.06.2023

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