Verbände und Organisationen

Havarie im Suezkanal verschärft Lieferprobleme im Garten- und Baumarktbereich

Die Havarie der „Ever Given“ im Suezkanal verschärft die Lieferprobleme für Garten- und Baumarktartikel. Fehlende Container und Personalmangel treiben Frachtraten in die Höhe. Eine Besserung ist nicht in Sicht, Preisanpassungen werden unumgänglich.

Globale Lieferketten unter Druck: Auswirkungen auf Garten- und Baumarkt

Die Havarie des Containerfrachters „Ever Given“ im Suezkanal hat die bestehenden Herausforderungen für importierende Hersteller von Garten- und Baumarktartikeln weiter verschärft. Bereits seit Monaten kämpfen diese Unternehmen mit Problemen im globalen Frachtverkehr.

Fehlende Container und Personalmangel infolge der Corona-Pandemie reduzieren die Produktivität auf den weltweiten Seefrachtrouten. Dies führt zu erhöhten Import- und Exportfrachtraten und steigert die operativen Kosten der Unternehmen. Laut dem Herstellerverband Haus & Garten e.V. (HHG) und dem Industrieverband Garten (IVG) e.V. ist derzeit keine Besserung der Lage absehbar.

Obwohl der Suezkanal wieder passierbar ist, werden die Schwierigkeiten im globalen Frachtverkehr voraussichtlich anhalten. Schon vor der Blockade hatten Unternehmen der Garten- und Baumarktbranche, die Waren aus Asien, insbesondere China, beziehen, mit massiven Lieferengpässen, Verzögerungen und stark gestiegenen Frachtpreisen zu kämpfen. Dies lag an der unzureichenden Verfügbarkeit notwendiger Leercontainer.

Die langsame Abfertigung von Schiffen aufgrund von Personalmangel in den Häfen während der Pandemie trug ebenso dazu bei wie die erhöhte Produktion in Ländern wie China und Vietnam. Die ungleichen Güterströme führten dazu, dass Container an Orten festsaßen, wo sie nicht benötigt wurden, während sie an anderen Stellen fehlten oder teuer leer nach Asien zurücktransportiert werden mussten.

Die Situation wird nun durch die Schiffe verschärft, die nach der Suezkanal-Blockade in den europäischen Häfen erwartet werden. Die ungleiche Verteilung der Leercontainer-Kapazitäten auf den relevanten Seefrachtrouten von Asien in die USA und nach Europa wird sich voraussichtlich nicht kurzfristig lösen lassen. Mit etwa 44 Millionen Containern weltweit wird die Gesamtzahl als zu gering erachtet; schätzungsweise zehn Prozent mehr wären nötig, um die Marktnachfrage zu decken.

Preisanpassungen aufgrund explodierender Frachtkosten unumgänglich

Der Mangel an Containern führt zu einem starken Anstieg der Preise. Neue Frachtaufträge werden, wenn überhaupt, zu historisch hohen Raten angenommen, die bis zu 400 Prozent und mehr über den üblichen Frachtpreisen liegen. Dieses Preisgebaren hat bereits zu Protesten auf politischer Ebene geführt.

Einzelne Verbände haben Beschwerde bei der Europäischen Kommission eingereicht. Sie beanstanden die Verletzung bestehender Verträge durch die Reedereien, die „Schaffung unangemessener Bedingungen für die Annahme von Buchungen“ und die einseitige Festlegung von Sätzen, die weit über den vertraglich vereinbarten Frachtraten liegen.

Die Verzögerungen in den Abgangshäfen und die Aufkündigung vertraglicher Bedingungen durch Seefrachtspediteure, verbunden mit den steigenden Kosten für neue Aufträge, stellen insbesondere mittelständische Importeure von Garten- und Baumarktartikeln vor große Probleme. Abhängig vom Anteil der Seefrachtkosten am einzelnen Artikel, werden viele importierte Produkte auf Basis der bestehenden Preiskalkulation zu einem Verlustgeschäft für die Lieferanten. HHG und IVG zufolge sind Preisanpassungen für die Unternehmen auf Dauer nicht zu vermeiden.

15.04.2021

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