Förderung des Nilbeckens: Bedeutung und Initiativen
Der Nil und seine Zuflüsse umfassen etwa ein Zehntel der Fläche Afrikas und stellen das wichtigste Süßwasserreservoir der Region dar. Fast ein Viertel der afrikanischen Bevölkerung lebt in den elf Anrainerstaaten. Im Jahr 1999 gründeten Ägypten, Äthiopien, Burundi, Kenia, Kongo, Ruanda, Sudan, Tansania und Uganda die Nilbeckeninitiative (NBI). Diese Initiative soll einen gemeinsamen Rahmen für die Entwicklung und das Management der Wasserressourcen des Flusses schaffen.
Deutschland unterstützt die NBI seit ihrer Gründung und berät unter anderem das NBI-Sekretariat. Bisher konzentrierten sich die umgesetzten Projekte hauptsächlich auf große Infrastrukturvorhaben für Wasserkraft und Bewässerung. Maßnahmen zur Sicherung von Ökosystemleistungen, insbesondere von Feuchtgebieten, wurden bisher nicht ergriffen.
Ökologische und sozioökonomische Relevanz von Feuchtgebieten
Die Feuchtgebiete im Nilbecken sind von großer sozioökonomischer und ökologischer Bedeutung. Sie dienen als wichtige Gebiete für große Tierwanderungen, beispielsweise im Südsudan, und sind Lebensraum für bedrohte Tierarten wie den Schuhschnabel, einen einzigartigen Sumpfvogel, der den Pelikanen ähnelt.
Zudem regulieren diese Feuchtgebiete Hoch- und Niedrigwasserstände sowie die Gewässerqualität, was eine regionale Ökosystemleistung darstellt. Lokal tragen sie erheblich zum Lebensunterhalt der Bevölkerung bei, indem sie Nahrungsmittel und Baumaterialien bereitstellen und Einkünfte aus dem Tourismus ermöglichen. Viele dieser oft grenzüberschreitenden Feuchtgebiete sind jedoch durch zunehmende Drainage und Landnutzungsänderungen gefährdet, insbesondere durch ihre Umwandlung in Ackerland.
Als Reaktion auf diese Bedrohungen haben sich die NBI-Mitgliedsländer im Jahr 2013 auf eine Feuchtgebietsstrategie ("NBI Wetland Management Strategy") und ein "NBI Strategic Action Programm 2013-2017" geeinigt. Ziel ist es, künftig verstärkt gemeinsame Maßnahmen zum verbesserten Feuchtgebietsschutz zu initiieren.
