Neue Entwicklungen für den Weinbau: Silvaner-Klone und PIWI-Sorten
Über 40 Winzer aus ganz Deutschland informierten sich beim Rebsorten-Tag der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) am Würzburger Pfaffenberg. Im Fokus standen neu entwickelte Rebsorten und Klone, die sich durch verbesserten Weingeschmack und erhöhte Widerstandsfähigkeit auszeichnen.
Diese Entwicklungen tragen dazu bei, die Weinproduktion umweltfreundlicher zu gestalten. Insbesondere in niederschlagsreichen Jahren, die ein erhöhtes Risiko für Pilzerkrankungen bergen, kann der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln reduziert werden.
Silvaner-Klone aus historischem Gen-Pool
Die Entwicklung neuer Klone des Grünen Silvaners führte zu Trauben mit einer lockereren Struktur, die weniger anfällig für Beerenfäule sind. Dies erspart Winzern das manuelle Entfernen erkrankter Früchte. Die Forschung nutzte dabei den Genpool der weltweit größten Silvaner-Sammlung. Seit 15 Jahren sichert das Sachgebiet Weinbau und Qualitätsmanagement der LWG historische Silvaner-Varietäten aus alten fränkischen Weinbergen.
Drei neue Klone des Grünen Silvaners, der häufigsten in Deutschland gepflanzten Silvaner-Varietät, sind getestet und verfügbar. Der Grüne Silvaner Wü 9929 zeichnet sich durch Ertragssicherheit und leicht lockerbeerige Trauben aus. Die Sorten Wü 0115 und Wü 0318 sind Premiumklone für die Erzeugung von Spätlese-Weinen. Sie sind lockerbeerig, ertragsreduziert und bieten eine Weinaromatik, die von Honig und reifen gelben Früchten geprägt ist.
Pilzwiderstandsfähige Rebsorten im Fokus
Fachbesucher zeigten großes Interesse an neuen pilzwiderstandsfähigen Rebsorten, sogenannten PIWI-Sorten, wie Donauriesling, Calardis blanc und Pinot Nova. Bekanntere PIWI-Rebsorten wie Regent und Johanniter werden bereits länger angebaut und kommen in der Regel mit geringem ökologischen Pflanzenschutz aus.
Historische Sorten als Grundlage für Neuentwicklungen
Die LWG konnte mehrere als ausgestorben geltende, historische fränkische Rebsorten in alten Weinbergen sichern. Sorten wie Adelfränkisch, Bukettsilvaner und Hartblau sind spät reifend und widerstandsfähig. Diese Eigenschaften machen sie zu einer geeigneten Grundlage für die Entwicklung verbesserter Rebsorten und Klone, die zukünftig auch bei fortschreitender Klimaerwärmung angebaut werden können.
Die Winzer konnten am Rebsorten-Tag Versuchsweine der neuen Rebsorten verkosten und zeigten sich von deren Qualität angetan.
