Schutzprojekt Gelbbauchunke
Ziel des Vorhabens ist es, bestehende Populationen der Gelbbauchunke zu stärken, Lebensräume miteinander zu vernetzen und die Art teilweise wiederanzusiedeln. Auf diese Weise sollen isolierte Populationen verbunden werden.
„Besonders wichtig für das Überleben dieser Art ist, dass nicht nur isolierte Populationen erhalten werden, sondern dass diese vernetzt werden. Dies erfordert eine großräumige Sichtweise und stellt hohe Anforderungen an das Management des Projektes in fünf Bundesländern und 130 Projektgebieten.“ — Ursula Heinen-Esser, Parlamentarische Staatssekretärin im BMU
Gefährdung und Verantwortung
Die Gelbbauchunke (Bombina variegata) ist in Deutschland stark gefährdet und in Niedersachsen sowie Nordrhein-Westfalen sogar vom Aussterben bedroht. Deutschland trägt eine besondere Verantwortung, da hier die nördliche Verbreitungsgrenze und ein großer Teil der Weltpopulation liegen.
Projektziele
- Stärkung und Vernetzung von Vorkommen
- Wiederansiedlung in geeigneten Gebieten
- Entwicklung von Instrumenten zur langfristigen Sicherung und Pflege der Lebensräume
- Zusammenarbeit zwischen Naturschutzverbänden und Rohstoffindustrie fördern
Lebensräume
Ursprünglich lebte die Gelbbauchunke in den Auenbereichen von Flüssen und Bächen. Heute findet man sie fast ausschließlich in Sekundärlebensräumen wie:
- Ton-, Sand- und Kiesgruben
- Steinbrüche
- Truppenübungsplätze
Dort entstehen durch extensive Nutzung temporäre Tümpel und vielfältige Lebensräume, die für die Art entscheidend sind.
Projektbeteiligte
Träger ist der NABU Niedersachsen, Partner sind u. a. die NABU-Landesverbände Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Weitere Akteure sind:
- NABU-Stiftung Nationales Naturerbe
- NABU Naturschutzstation Aachen
- Biologische Stationen Bonn und Oberberg
- Institut für Zoologie, Tierärztliche Hochschule Hannover
- Institut für Umweltplanung, Leibniz Universität Hannover
Unterstützt wird das Projekt von den Umweltministerien der Länder NRW, Niedersachsen und Baden-Württemberg sowie vom Baustoffverband Vero.
Hintergrund: Bundesprogramm Biologische Vielfalt
Die Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS) wird seit 2011 durch das Bundesprogramm Biologische Vielfalt unterstützt. Gefördert werden Projekte, die:
- gesamtstaatlich repräsentative Bedeutung haben oder
- die Strategie in beispielhafter Weise umsetzen.
Die Maßnahmen sollen dazu beitragen:
- den Rückgang der biologischen Vielfalt zu stoppen,
- einen positiven Bestandstrend einzuleiten,
- über gesetzliche Mindeststandards hinauszugehen,
- das gesellschaftliche Bewusstsein für Biodiversität zu stärken.
Förderschwerpunkte
- Arten in besonderer Verantwortung Deutschlands
- Hotspots der biologischen Vielfalt
- Sicherung von Ökosystemdienstleistungen
- Weitere repräsentative Maßnahmen
Weitere Informationen zum Programm finden Sie online beim Bundesprogramm Biologische Vielfalt.
