Detaillierte Einblicke in Deutschlands Flussauen
Ein neuer Kartendienst des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) bietet ab sofort detaillierte Informationen zu Bach- und Flussauen in Deutschland. Diese Auen machen rund zehn Prozent der Landesfläche aus und sind nun hinsichtlich ihrer Lage, Größe, Schutzmaßnahmen und Nutzung digital zugänglich.
Der Dienst ermöglicht es, den Zustand spezifischer Auenabschnitte einzusehen. Er soll naturschutzfachliche Bewertungen verständlicher machen und Entscheidungsträgern als Grundlage für den lokalen Auenschutz dienen. Zudem schafft er eine weitere Basis für den vorsorgenden Hochwasserschutz.
Interessierte Bürgerinnen und Bürger können sich auf unserer Homepage ab sofort über den Zustand bestimmter Auenabschnitte informieren. Naturschutzfachliche Bewertungen werden damit besser verständlich und Entscheidungsträger können den Kartendienst als Anregung für den Auenschutz vor Ort nutzen. Nicht zuletzt sei damit eine weitere Grundlage für den vorsorgenden Hochwasserschutz geschaffen worden. [cite: 20]
Die im Kartendienst bereitgestellten Daten wurden über mehrere Jahre von Forschenden verschiedener Institutionen im Auftrag des BfN gesammelt und ausgewertet. Der kostenfreie Dienst erlaubt die Abfrage von Informationen und die Erstellung von Karten sowohl für kleine Auenbereiche als auch für ganze Flüsse. Zur besseren Visualisierung können aktuelle Luftbildaufnahmen hinzugefügt werden.
Bedeutung von Flussauen
Intakte, naturnahe Flussauen zählen zu den artenreichsten und wertvollsten Lebensräumen Deutschlands. Sie beherbergen viele bedrohte Pflanzen- und Tierarten, darunter den Pirol und den Biber. Das BfN fördert bundesweit Projekte zum Auenschutz, die den Hochwasserschutz und den Naturschutz miteinander verbinden.
Flussauen sind für den Hochwasserschutz essenziell, da sie Hochwasserwellen verzögern und abflachen, wodurch Schäden vermieden werden können. Darüber hinaus erfüllen diese Feuchtgebiete wichtige Funktionen als Filter zur Reinigung des Wassers sowie zum Rückhalt von Nährstoffen und Treibhausgasen. Jährlich binden sie große Mengen an Stickstoff und Phosphor, was ein übermäßiges Algenwachstum in Flüssen sowie in Nord- und Ostsee verhindert.