Kommunikationsstrategien und Zielgruppenansprache im Bodenschutz
Prof. Gabriele Broll, Präsidentin des Bundesverbandes Boden e.V. (BVB), merkte an, dass es bisher an einer umfassenden Kommunikationsstrategie und der Evaluierung von Erfolgen fehle. Es stelle sich die Frage, ob Zielgruppen wie Kinder und Jugendliche, Lehrer, Touristen oder Kleingärtner tatsächlich erreicht werden und ob die vermittelten Informationen zu einem veränderten Handeln im Sinne des Bodenschutzes führen.
Was bislang weitgehend fehlt, ist eine Kommunikationsstrategie und die Evaluierung erreichter Erfolge.
Dr. Olaf Düwel, Vorsitzender der BVB-Regionalgruppe Nord und Mitorganisator der Tagung, betonte, dass die Komplexität des Lebensraums Boden nicht vollständig erklärt werden müsse. Vielmehr gehe es um eine spannende Auswahl von Inhalten, die auf die jeweilige Zielgruppe zugeschnitten ist. Dr. Ernst Gehrt vom Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) fasste zusammen, dass Emotionen und Erlebnisse zum gegenwärtigen Zeitpunkt wichtiger seien als reine Fakten über Böden.
Emotionen und Erlebnisse sind zum jetzigen Zeitpunkt wichtiger als Fakten über Böden.
Das Leitmotiv sollte daher lauten: Umfassend begeistern statt umfassend belehren. Der Boden benötige leidenschaftliche Fürsprecher, die ihn erlebbar machen und den Menschen im Alltag als wichtige Ressource näherbringen, nicht nur als "Dreck".
Wege zur Bewusstseinsbildung für den Bodenschutz
Es wird als ein langer Weg angesehen, bis der Boden in der öffentlichen Wahrnehmung einen ähnlichen Schutzstatus wie sauberes Wasser, reine Luft und gesunde Wälder erreicht. Bis dahin gelte es, weiterhin neue Ansätze zu erproben und voranzutreiben. Dazu gehören Kunstprojekte, Filme, Exkursionen, Aktionstage, lokale Projekte und die Präsenz in sozialen Netzwerken.
Die Tagung "Neue Wege im Bodenschutz" wurde gemeinsam von der Alfred Toepfer Akademie für Naturschutz (NNA), dem Bundesverband Boden e.V. (BVB), der Deutschen Bodenkundlichen Gesellschaft (DBG) und dem Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) veranstaltet. Eine weitere Tagung ist in Planung, um die Zusammenarbeit von Natur- und Bodenschutz zu vertiefen.