Algenwachstum: Ursachen und natürliche Lösungen
In den Sommermonaten treten in neu angelegten Gartenteichen und Kleingewässern häufig Algen auf. Diese Entwicklung ist primär auf hohe Nährstoffgehalte, ungünstige Wasserhärte und eine starke Erwärmung des Wassers zurückzuführen. Algen sind jedoch auch Teil des natürlichen Gleichgewichts in naturnahen Wassergärten.
Fadenalgen und kissenförmige Algen lassen sich mechanisch mit einem Stock, Kescher oder Laubrechen entfernen. Schwebealgen hingegen trüben das Wasser und sind auf diese Weise nicht einfach zu beseitigen. Technische Lösungen wie Teichpumpen mit Mehrkammern-Außenfiltern und UV-Lampen sind effektiv, erfordern jedoch eine entsprechende Investition.
Nährstoffe als Algenförderer
Algenwachstum wird durch hohe Nährstoffgehalte im Wasser begünstigt. Die Quellen dieser Nährstoffe sind vielfältig.
Pflanzen als natürliche Klärwerke
Wasserpflanzen tragen zur Klärung des Teiches bei. Insbesondere Unterwasserpflanzen nehmen Nährstoffe direkt aus dem Wasser auf und entziehen den Algen somit die Nahrungsgrundlage. Eine Bepflanzung ausschließlich mit Seerosen und einigen Randpflanzen ist hierfür oft nicht ausreichend. Unterwasserpflanzen können einfach ins Wasser gegeben oder beschwert versenkt werden. Beispiele hierfür sind die Wasserfeder (Hottonia palustris) und das Raue Hornblatt (Ceratophyllum demersum).
Auch freischwimmende Schwimmblattpflanzen wie Froschbiss (Hydrocharis morsus-ranae), die Krebsschere (Stratiotes aloides) und die Wassernuss (Trapa natans) entziehen dem Wasser Nährstoffe und wirken als Wasserklärwerke. Diese Pflanzen sind für das ökologische Gleichgewicht im Teich von Bedeutung, da sie Lebensraum für viele Tiere bieten. Bei Wasserlinsen ist Vorsicht geboten, da sie sich stark vermehren und die Wasseroberfläche bedecken können.
Mögliche Nährstoffquellen im Teich
- Hohe Nährstoffgehalte und Karbonathärte im Leitungswasser bei der Teichbefüllung.
- Nährstoffreiches Regenwasser nach langen Trockenperioden, das zum Nachfüllen gesammelt wurde.
- Brunnenwasser mit hohem Nährstoffgehalt.
- Verwendung ungeeigneter Erde bei der Bepflanzung des Gewässers.
- Zu früher oder zu hoher Fischbesatz.
- Nährstoffeintrag durch Fischfütterung.
- Eintrag von Nährstoffen aus gedüngten Flächen in der Nähe bei Regen.
- Laubeintrag im Herbst.
- Abgestorbene Pflanzenteile im Teich.
- Nährstoffeintrag durch Pollenflug im Frühjahr.
- Zu geringer Pflanzenbewuchs.
Das Verhältnis von Wasseroberfläche zu bepflanzter Fläche sollte etwa 2:1 betragen. Bei Algenproblemen sollte auf chemische Algenbekämpfungsmittel verzichtet werden, da diese zwar das Algenwachstum reduzieren, aber die Ursache nicht beheben. Es ist Geduld erforderlich: Nach ein bis zwei Vegetationsperioden ist der Pflanzenbewuchs in der Regel ausreichend stark, und das ökologische Gleichgewicht hat sich eingestellt, wodurch der Algenbewuchs zurückgeht.
Vorbeugende Maßnahmen gegen Algenwachstum
- Verwendung von weichem Wasser oder Regenwasser zur Befüllung.
- Vermeidung kalkhaltiger Steine beim Teichbau.
- Belüftung des Teiches durch Umwälzung.
- Planung des Teiches im Halbschatten, da hohe Temperaturen und Wassererwärmung die Algenbildung fördern.
- Größere und tiefere Teiche erwärmen sich langsamer.
- Entfernung von Laub und abgestorbenen Pflanzenteilen. Halme zur Belüftung sollten im Winter stehen gelassen und erst im Frühjahr entfernt werden.