Der Schwarze Holunder: Ein vielseitiges Naturtalent
Der Schwarze Holunder (Sambucus nigra) blüht derzeit in Gärten und zieht mit seinen cremeweißen Schirmrispen Insekten an. Im Frühjahr und Herbst dient er Vögeln als Nist- und Nahrungsgehölz.
Historisch wurde der Schwarze Holunder als Heilpflanze genutzt und ist heute ein pflegeleichtes, ökologisch wertvolles Gehölz in vielen Gärten. Seine Blüten werden als Tee bei Erkältungen eingesetzt. Beliebt sind auch Holunderkrapfen oder Sirup aus den Blüten. Die aktuelle Erntezeit bietet die Möglichkeit, Holundersirup herzustellen und den Geschmack des Frühsommers für das ganze Jahr zu konservieren.
Der Holunder rangiert in der Hitparade der Wildsträucher für unsere heimischen Vogelarten ganz oben: 62 Vogelarten laben sich an seinen Früchten. Für acht Säugetierarten und 13 verschiedene Insektenarten ist er ebenso eine wertvolle Nahrungsquelle.
Dies erklärt Katja Batakovic, fachliche Leiterin von „Natur im Garten“.
Ernte der Holunderblüten
Für die Ernte sollten Standorte gewählt werden, die abseits von stark befahrenen Straßen oder konventionell bewirtschafteten Ackerflächen liegen. Die Blütenrispen werden an vollsonnigen Tagen im vollständig geöffneten Zustand geerntet, um das Aroma optimal zu erhalten. Die Blüten sollten mit einem kurzen Stiel abgeschnitten und behutsam auf ein Baumwolltuch in einem Sammelkorb gelegt werden. Dies gewährleistet eine gute Belüftung und fängt herabfallenden Blütenstaub auf.
Vor der Weiterverarbeitung werden die Blüten nicht gewaschen, sondern händisch verlesen, um braune Teile und Kleininsekten zu entfernen. Während der Blütezeit können zwei bis drei frische Holunderblütendolden auch zur Aromatisierung von Wasser genutzt werden.
Zubereitung von Holunderblütensirup
Für die Herstellung von Holunderblütensirup werden folgende Zutaten benötigt:
- 1 Liter Wasser
- 1 Kilogramm Zucker
- 2 Bio-Zitronen
- 15 große Holunderblütendolden ohne Stängel (etwa 100 Gramm)
- 1 Esslöffel Zitronensäure
Zuerst werden Wasser und Zucker in einem großen Topf aufgekocht, bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat. Anschließend lässt man die Mischung abkühlen. Die Zitronen werden in etwa 1 cm dicke Scheiben geschnitten.
Die Holunderblütendolden, Zitronenscheiben und Zitronensäure werden zum Zuckerwasser gegeben und umgerührt. Die Zutaten sollten mit einem sauberen Deckel beschwert werden, damit sie vollständig unter Wasser liegen. Die Mischung wird an einem kühlen Ort drei Tage lang ziehen gelassen und dabei ein- bis zweimal täglich umgerührt.
Abschließend wird der Ansatz in einem zweiten großen Topf abgeseiht, beispielsweise durch ein grob gewebtes, sauberes Baumwolltuch. Der filtrierte Sirup wird einmal aufgekocht und anschließend heiß in sterile Glasflaschen gefüllt und gut verschlossen. Liegend oder kopfüber kühl und dunkel gelagert, ist der Sirup bis zu einem Jahr haltbar.
