Dünger und Substrate

Hydrothermale Carbonisierung: Aktueller Stand und Perspektiven für den GaLaBau

Eine Fachtagung zur Hydrothermalen Carbonisierung (HTC) beleuchtete deren Anwendbarkeit im Garten- und Landschaftsbau. Die Technologie wandelt organische Materialien in ein braunkohleähnliches Material um, bietet vielfältige Nutzungsmöglichkeiten, steht aber noch vor Herausforderungen.

Technologie und Anwendungspotenziale der HTC

Die Hydrothermale Carbonisierung (HTC) und ihre Anwendbarkeit im Garten- und Landschaftsbau standen im Mittelpunkt einer Fachtagung, die im Rahmen der Grünen Woche stattfand. Die Veranstaltung, organisiert von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) als Projektträger des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV), zog rund 130 Teilnehmer an.

Die HTC-Technologie wandelt organische Materialien in wässriger Phase unter erhöhten Drücken und Temperaturen in ein braunkohleähnliches Material um. Dieser Prozess imitiert die natürliche Inkohlung, die sonst Millionen von Jahren dauert. Die Verfahrensentwickler sehen vielfältige Nutzungsmöglichkeiten für die entstehende feste kohleartige Phase sowie die wässrige Phase. Diese reichen vom Ersatz fossiler Braunkohle in Kraftwerken über stoffliche Verwertungswege bis hin zum Einsatz als Düngemittel oder Bodenverbesserer.

Herausforderungen und Forschungsbedarf

Obwohl die HTC-Technologie technisch umsetzbar ist und erste großtechnische Anlagen realisiert werden, sind die grundlegenden chemisch-technischen Zusammenhänge noch nicht vollständig erforscht. Das BMELV wird diese Fragestellungen daher weiterhin unterstützen, unter anderem durch Ressortforschung.

Die Gewinnung land- und forstwirtschaftlich relevanter Stoffe wie Phosphor, Stickstoff oder Alkalien aus der wässrigen Phase ist zwar prinzipiell möglich, die zugrunde liegenden Einflussfaktoren sind jedoch noch nicht abschließend geklärt. Auch über die genauen Auswirkungen der festen Phase auf den Boden und mögliche Schadstoffgehalte liegen bislang nur begrenzte Erkenntnisse vor.

Aufgrund dieser offenen Fragen erlauben die aktuellen rechtlichen Rahmenbedingungen den Einsatz von HTC-Produkten als Düngemittel, Kultursubstrat oder Bodenverbesserer derzeit nicht. Eine HTC-Anlage kann momentan nur dann wirtschaftlich betrieben werden, wenn organische Abfälle eingesetzt werden, die Entsorgungserlöse generieren, und die festen Produkte als Kohleersatz abgesetzt werden können. Die Verwendung nachwachsender Rohstoffe ist unter den derzeitigen Bedingungen ökonomisch nicht darstellbar.

16.02.2011

Zurück