Geringes Wachstum und verlorene Attraktivität im internationalen Vergleich
Deutschland steht im internationalen Vergleich der Industrieländer vor erheblichen wirtschaftlichen Herausforderungen. Für das Jahr 2025 prognostizieren Wirtschaftsexpertinnen und -experten ein Wachstum von lediglich 0,4 Prozent. Damit nimmt Deutschland die Schlusslichtposition unter den Industrienationen ein. Diese Einschätzung geht aus dem aktuellen Economic Experts Survey hervor, einer vierteljährlich durchgeführten Umfrage des ifo Instituts und des Instituts für Schweizer Wirtschaftspolitik.
„Deutschland braucht dringend eine andere Wirtschaftspolitik, die das Wachstum wieder ankurbelt“, sagt ifo-Forscher Niklas Potrafke. „Im internationalen Standortwettbewerb hat Deutschland massiv an Attraktivität verloren. Die neue Regierung sollte dies mit marktorientierten Reformen adressieren.“
Im globalen Durchschnitt wird für das Jahr 2025 eine Wachstumsrate von 2,9 Prozent erwartet, was eine leichte Steigerung gegenüber der Prognose von 2,6 Prozent für 2024 darstellt. Regionale Unterschiede zeigen sich deutlich: Afrika und Asien führen die Erwartungen mit 3,9 Prozent beziehungsweise 3,8 Prozent an. Europa und Nordamerika liegen mit prognostizierten 2,1 Prozent und 2,4 Prozent darunter.
Die Wachstumsaussichten für Deutschland verbessern sich leicht in den Folgejahren, bleiben jedoch im Vergleich zu anderen Industrieländern verhalten. Für 2026 wird ein Wachstum von 1 Prozent und für 2028 von 1,3 Prozent erwartet. Weltweit liegen die Prognosen für 2026 bei 3,2 Prozent und für 2028 bei 3,1 Prozent.
An der Umfrage, die vom 4. bis 18. Dezember durchgeführt wurde, beteiligten sich 1.398 Expertinnen und Experten aus 125 Ländern.
