Lieferkettenprobleme und Preissteigerungen im Bausektor
Im Mai meldeten 56,6 Prozent der Unternehmen im Hochbau Materialknappheit, nach 54,2 Prozent im Vormonat. Im Tiefbau waren es 44,8 Prozent der Unternehmen. Von diesen gaben wiederum 91,1 Prozent an, dass der Krieg in der der Ukraine die Materialengpässe verschärft hat.
Besonders betroffen ist derzeit Baustahl, der häufig aus Russland oder der Ukraine importiert wurde. Auch bei Bitumen treten Probleme auf. Einige Betriebe beklagten zudem einen Mangel an Ziegelsteinen. Die Situation bei Dämmstoffen, die bereits vor Kriegsbeginn vielerorts knapp waren, hat sich ebenfalls weiter verschlechtert.
Mit dem russischen Angriff auf die Ukraine haben sich die Lieferprobleme bei Baustoffen drastisch verschärft. Die Materialpreise legen infolge der Knappheit und höheren Energiekosten weiter zu. Aufgrund der steigenden Baukosten und der höheren Zinsen kommt es nun besonders im Wohnungsbau vermehrt zu Auftragsstornierungen.
Die Baufirmen geben die Verteuerungen an die Bauherren weiter. Ein Großteil der Unternehmen im Hochbau hat die Preise kürzlich nach oben revidiert und plant für die kommenden Monate weitere Anpassungen. Auch im Tiefbau kam es zu Preiserhöhungen, wenn auch nicht so häufig wie im Hochbau.
Folgen für Bauprojekte und Stornierungen
Die Kombination aus steigenden Baupreisen und höheren Finanzierungszinsen führt dazu, dass erste Projekte unrentabel werden. Im Mai berichteten 13,4 Prozent der Hochbauer von Stornierungen, im April waren es 7,5 Prozent und im März 4,6 Prozent. Im Tiefbau lag der Anteil bei 8,8 Prozent, nach 9,3 Prozent im April. Trotz dieser Entwicklungen sind die Auftragsbücher insgesamt noch gut gefüllt.

