Dünger und Substrate

Torfersatzprodukte: Substratbranche widerspricht Thünen-Institut

Die Substratbranche kritisiert die Aussage des Thünen-Instituts zur Verfügbarkeit von Torfersatzprodukten. Verbände bemängeln veraltete Daten und ignorierte Marktgegebenheiten, die einen vollständigen Ersatz von Torf in der Kultursubstratproduktion infrage stellen.

Substratbranche kritisiert Thünen-Institut: Verfügbarkeit von Torfersatzprodukten in der Diskussion

Das Thünen-Institut hatte in seinem Arbeitspapier „Torfersatz in gartenbaulichen Kultursubstraten: Verfügbarkeit biobasierter Alternativmaterialien“ Zwischenergebnisse einer Studie zur europaweiten Verfügbarkeit von Torfersatzprodukten veröffentlicht. Darin wurde der Schluss gezogen, dass ein vollständiger Ersatz von Torf in der europäischen Kultursubstratproduktion möglich sei.

GME und IVG haben diese Annahme in ihrer Gegendarstellung infrage gestellt.

In dieser Gegendarstellung werden Schwachstellen in der Modellierung der Studie diskutiert. Dabei haben wir die Ergebnisse der Studie mit den Erfahrungen aus der Praxis verglichen.

, so Cecilia Luetgebrune, Generalsekretärin von GME. Die Verbände argumentieren, dass die Annahme auf veralteten und unvollständigen Datensätzen basiere. Zudem würden die Realitäten der Marktsituation der Rohstoffe sowie die Qualitäts- und Sicherheitsstandards für Kultursubstrate ignoriert.

Zukünftiger Bedarf an Substraten und globale Entwicklungen

Eine weitere Studie von Blok et al. aus dem Jahr 2021 prognostiziert einen steigenden Bedarf an Substraten. Dies wird auf die Zunahme der Weltbevölkerung und die damit verbundene Effizienzsteigerung in der Landwirtschaft zurückgeführt, insbesondere im Bereich des geschützten Anbaus wie unter Glas, Photovoltaikanlagen, in Folientunneln oder im Vertical Farming.

Anna Hackstein, Geschäftsführerin des IVG, erläutert die Analyse der Verfügbarkeit gängiger Substratinhaltsstoffe:

Die Hochrechnungen gehen davon aus, dass sich die Nutzung stark in den asiatischen Raum verlagern wird, aber dass global gesehen, die Torfbedarfsmenge trotz Reduzierungsstrategien von 40 Millionen m³ im Jahr 2017 auf 80 Millionen m³ im Jahr 2050 ansteigt.

Hackstein warnt davor, die Zwischenergebnisse des Thünen-Instituts als Referenz für politische Entscheidungen zu nutzen, um Schäden für Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt zu vermeiden. Sie betont die Bereitschaft der Industrie, mit der Sammlung und Verbreitung aktueller Daten zur Analyse der Ist-Situation beizutragen.

09.06.2022

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