Verlangsamung des Preisanstiegs erwartet
Die Preise dürften zwar weiter steigen, allerdings wird sich das Tempo verlangsamen. Damit hat die Inflation ihren Hochpunkt voraussichtlich erreicht und wird im Verlauf der zweiten Jahreshälfte allmählich zurückgehen.
Dies erklärte ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. Er ergänzte, dass sich die Preiserwartungen der Unternehmen in der Regel mit einigen Monaten Verzögerung in den Verbraucherpreisen niederschlagen. Besonders deutlich sanken die Preiserwartungen in Wirtschaftszweigen, deren Produktion dem Konsum vorgelagert ist.
Entwicklung in einzelnen Sektoren
Hierzu zählen das Baugewerbe, wo der Indikator von 51,6 auf 40,7 Punkte fiel, und die Industrie, die einen Rückgang von 59,5 auf 54,6 Punkte verzeichnete. Auch bei den konsumnahen Dienstleistungen, wie dem Gastgewerbe, Freizeit, Kultur und Unterhaltung, wird ein langsamerer Preisanstieg erwartet. Dort sank der Indikator von 63,1 auf 46,3 Punkte.
Eine Ausnahme bildet der Lebensmitteleinzelhandel. Dort ist weiterhin keine Entspannung bei der Preisentwicklung in Sicht. Alle vom ifo Institut befragten Händler gaben an, ihre Preise anheben zu wollen, ähnlich wie in den Vormonaten.
Berechnung der Preiserwartungen
Die Punkte bei den Preiserwartungen geben den Saldo der Unternehmen an, die per saldo ihre Preise erhöhen wollen. Dieser Saldo ergibt sich, indem der prozentuale Anteil der Unternehmen, die ihre Preise senken wollen, vom prozentualen Anteil der Unternehmen abgezogen wird, die ihre Preise anheben wollen. Ein Saldo von plus 100 Punkten würde bedeuten, dass alle befragten Unternehmen ihre Preise erhöhen möchten, während ein Saldo von minus 100 Punkten anzeigen würde, dass alle ihre Preise senken wollen. Der Saldo wird saisonbereinigt. Das ifo Institut erfragt nicht die Höhe der geplanten Preisänderung.

