Preisanpassungen in verschiedenen Branchen
Besonders ausgeprägt sind die Preiserwartungen im Großhandel mit 79,3 Punkten. Es folgen der Einzelhandel mit 75,4 Punkten und die Industrie mit 73,1 Punkten. Im Bauwesen liegen die Erwartungen bei 64,2 Punkten, während die Dienstleister mit 51,5 Punkten das untere Ende der Skala bilden.
Die Inflation in Deutschland dürfte damit auch in den kommenden Monaten bei über 7 Prozent liegen.
Dies kommentiert ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. Als Hauptursache für die geplanten Preisanhebungen werden gestiegene Kosten für Energie, Rohstoffe, Vorprodukte und Handelswaren genannt.
Herausforderungen bei der Kostenweitergabe
Trotz der gestiegenen Kosten können Unternehmen diese nicht immer vollständig an ihre Kunden weitergeben, was zu einer Verringerung der Gewinnmargen führt.
In unserer jüngsten Befragung im April gaben die Unternehmen allerdings an, dass sie diese Kosten nicht vollständig an ihre Kunden weitergeben können und entsprechend ihre Gewinnmargen verringern. 57,7 Prozent der Großhändler können ihre Kosten durchreichen, gefolgt von der Industrie mit 51,4 Prozent. Im Einzelhandel, auf dem Bau und bei den Dienstleistern kann mit 35,3 Prozent, 25,2 Prozent bzw. 23,8 Prozent nur ein geringer Teil der Kostenanstiege weitergegeben werden.
Erläutert Wollmershäuser weiter.
Methodik der ifo Preiserwartungen
Die ifo Preiserwartungen werden als Saldo ermittelt. Dieser ergibt sich aus der Differenz des prozentualen Anteils der Unternehmen, die Preisanhebungen planen, und dem prozentualen Anteil derer, die Preissenkungen erwarten. Ein Saldo von plus 100 Punkten würde bedeuten, dass alle befragten Unternehmen ihre Preise erhöhen wollen, während ein Saldo von minus 100 Punkten auf flächendeckende Preissenkungen hindeuten würde. Der Saldo wird saisonbereinigt. Das ifo Institut erfragt dabei nicht die konkrete Höhe der geplanten Preisänderungen.


