ifo Institut: Inflation beeinflusst Verbraucherpreise weiterhin stark
Das wird bis auf die Verbraucherpreise durchschlagen. Die Inflation wird im Verlauf dieses Jahres nur langsam zurückgehen. In den kommenden Monaten werden die monatlichen Raten noch über 4 Prozent liegen und sich erst gegen Ende 2022 allmählich der 2-Prozent-Marke nähern. Für das Gesamtjahr rechnen wir nun mit einer Inflationsrate von etwa 3½ Prozent.
Dies erklärte Timo Wollmershäuser, Leiter der ifo Konjunkturprognosen. Unternehmen geben laut Wollmershäuser gestiegene Kosten für Energie sowie bei der Beschaffung von Vorprodukten und Handelswaren weiter. Selbst bei einer Stagnation der Energiepreise auf den aktuellen Börsenpreisen für Erdgas, Strom und Rohöl würden die Inflationsraten hoch bleiben. Der Anstieg der Verbraucherpreise wird im Vergleich zum Vorjahr gemessen, was bedeutet, dass Verbraucher in diesem Jahr im Schnitt 10 Prozent mehr für Energie ausgeben müssten.
Löhne und Wirtschaftszweige im Fokus
Die Lohnkosten dürften die Inflation nicht zusätzlich antreiben. Wollmershäuser erwartet, dass die Tariflöhne in diesem und im kommenden Jahr um knapp zweieinhalb Prozent zulegen, was dem Durchschnitt der Jahre vor der Coronakrise entspricht. Die hohen Umfragewerte ziehen sich durch alle Wirtschaftszweige.
Im Einzelhandel liegen die Preiserwartungen bei 60 Saldenpunkten, gefolgt vom Großhandel mit 57 und der Industrie mit 55. Im Baugewerbe wurde ein Wert von 42 erreicht. Der geringste Wert mit 34 Saldenpunkten wurde bei den Dienstleistern gemessen, stellt jedoch für diesen Wirtschaftszweig einen neuen Rekordwert dar.
Methodik der Preiserwartungen
Die Saldenwerte bei den Preiserwartungen geben den Prozentsatz der Unternehmen an, die ihre Preise erhöhen wollen, abzüglich des Prozentsatzes derer, die ihre Preise senken wollen. Neutrale Antworten bleiben unberücksichtigt. Der Saldo wird saisonbereinigt. Das ifo Institut fragt nicht nach der Höhe der geplanten Preisänderung.

