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Inflationsrate 2021: Deutlicher Anstieg um 3,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr

Die Verbraucherpreise in Deutschland stiegen 2021 um 3,1 Prozent, maßgeblich beeinflusst durch hohe monatliche Raten im zweiten Halbjahr. Dies ist der höchste Anstieg seit 1993 und übertrifft die 0,5 Prozent des Vorjahres deutlich.

Gründe für die Preisentwicklung 2021

Die Jahresrate der Inflation ist primär auf die hohen monatlichen Inflationsraten im zweiten Halbjahr 2021 zurückzuführen.

Die Preisentwicklung 2021 hat verschiedene Ursachen, darunter Basiseffekte durch niedrige Preise im Jahr 2020. Hier wirkten sich insbesondere die temporäre Senkung der Mehrwertsteuersätze im 2. Halbjahr 2020 sowie der Preisverfall der Mineralölprodukte im Vorjahr erhöhend auf die aktuelle Gesamtteuerung aus. Neben den temporären Basiseffekten aus der Vergangenheit wirken zunehmend krisenbedingte Effekte, wie Lieferengpässe und die deutlichen Preisanstiege auf den vorgelagerten Wirtschaftsstufen. Diese schlagen sich teilweise im Verbraucherpreisindex nieder.

Im Jahresdurchschnitt 2021 verteuerten sich insbesondere Energieprodukte um 10,4 Prozent, nachdem sie 2020 noch um 4,8 Prozent gesunken waren. Spürbare Preiserhöhungen gab es bei leichtem Heizöl (+41,8 Prozent) und Kraftstoffen (+22,6 Prozent). Auch die Preise für andere Haushaltsenergie wie Erdgas (+4,7 Prozent) und Strom (+1,4 Prozent) stiegen an. Neben den Basiseffekten durch die niedrigen Preise im Jahr 2020 trug die eingeführte CO2-Abgabe zu diesen Preisanstiegen bei. Ohne Berücksichtigung der Energiepreise hätte die Jahressteuerungsrate 2021 bei 2,3 Prozent gelegen.

Preisentwicklung bei Nahrungsmitteln und Waren

Die Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich 2021 gegenüber 2020 um 3,2 Prozent. Im zweiten Halbjahr 2021 verstärkte sich der Preisauftrieb durch den Basiseffekt der Mehrwertsteuersatzsenkung. Alle Nahrungsmittelgruppen waren 2021 teurer, insbesondere Speiseöle und Speisefette (+5,3 Prozent) sowie Gemüse (+3,9 Prozent).

Waren insgesamt verteuerten sich im Jahresdurchschnitt 2021 um 4,3 Prozent, wobei Verbrauchsgüter einen Anstieg von 5,4 Prozent verzeichneten. Die Preise für Gebrauchsgüter erhöhten sich um 2,4 Prozent, darunter Fahrzeuge (+4,5 Prozent) sowie Möbel und Leuchten (+3,2 Prozent).

Entwicklung im Dienstleistungssektor

Die Preise für Dienstleistungen insgesamt stiegen 2021 im Vergleich zum Vorjahr um 2,1 Prozent. Preisdämpfend wirkten hier die Nettokaltmieten mit einem Anstieg von 1,3 Prozent. Bei einigen Dienstleistungen stiegen die Preise jedoch stärker, beispielsweise für soziale Einrichtungen (+5,4 Prozent), für die Wartung und Reparatur von Fahrzeugen (+4,4 Prozent) sowie für Friseur- und Körperpflegeleistungen (+4,0 Prozent). Die Preise für Telekommunikation blieben nahezu unverändert (+0,1 Prozent), während Bahnfahrten im Fernverkehr etwas günstiger wurden (-1,8 Prozent).

Inflationsrate im Dezember 2021

Im Dezember 2021 lagen die Verbraucherpreise insgesamt 5,3 Prozent höher als im Dezember 2020. Die monatlichen Inflationsraten hatten sich insbesondere im zweiten Halbjahr 2021 kontinuierlich erhöht. Verantwortlich für die hohe Inflationsrate im Dezember 2021 waren neben dem Basiseffekt durch die temporäre Mehrwertsteuersatzsenkung erneut die Preise für Energieprodukte. Die Energiepreise lagen 18,3 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats, beeinflusst durch die CO2-Bepreisung und die Rohstoffpreisentwicklung. Leichtes Heizöl verteuerte sich binnen Jahresfrist um 61,0 Prozent und Kraftstoffe um 33,8 Prozent.

Die Nahrungsmittelpreise erhöhten sich im gleichen Zeitraum überdurchschnittlich um 6,0 Prozent, wobei Gemüse um 9,9 Prozent teurer wurde. Ohne Berücksichtigung der Preise für Nahrungsmittel und Energie hätte die Inflationsrate im Dezember 2021 bei 3,7 Prozent gelegen, ohne Energie bei 3,8 Prozent.

Die Preise für Waren insgesamt stiegen im Dezember 2021 gegenüber dem Vorjahresmonat um 7,8 Prozent. Neben Energie und Nahrungsmitteln verteuerten sich auch Bekleidung und Schuhe (+5,5 Prozent). Die Preise für Dienstleistungen insgesamt erhöhten sich im gleichen Zeitraum um 3,1 Prozent. Hierzu trugen neben den Nettokaltmieten (+1,5 Prozent) auch andere Dienstleistungen wie die Wartung und Reparatur von Fahrzeugen (+6,0 Prozent) und soziale Einrichtungen (+4,6 Prozent) bei.

Monatliche Preisentwicklung im Dezember 2021

Im Vergleich zum November 2021 stieg der Verbraucherpreisindex im Dezember 2021 um 0,5 Prozent. Die Preise für Bahnfahrkarten zogen im Zuge der jährlichen Tarifänderungen um 2,3 Prozent an. Zudem erhöhten sich die Nahrungsmittelpreise um 1,1 Prozent, darunter Gemüse um 3,7 Prozent. Hingegen gingen die Energiepreise am Jahresende gegenüber dem Vormonat zurück, insbesondere für Heizöl (-6,0 Prozent) und Kraftstoffe (-4,1 Prozent).

19.01.2022

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