Die Grüne Stadt

Klimawandel fordert Anpassung der Stadtbaum-Sortimente

Der Klimawandel stellt Stadtbäume vor große Herausforderungen. Steigende Temperaturen und neue Schädlinge erfordern eine Diversifizierung der Baumbestände. Deutsche Baumschulen entwickeln daher spezielle Zukunftsbäume, die an die veränderten Umweltbedingungen angepasst sind.

Herausforderungen für Stadtbäume im Klimawandel

Der aktuelle Bericht der Bundesregierung zum Klimawandel zeigt einen Anstieg der Durchschnittstemperatur um etwa 1,5 Grad seit 1881. Diese Entwicklung führt zu weitreichenden Folgen wie Niedrigwasser in Flüssen, erhöhter Sturmflutgefahr an Küsten, Ernteausfällen und dem Absterben von Wäldern.

Besonders betroffen sind Stadtbäume, die bereits unter erschwerten Bedingungen wie begrenztem Raum, Umweltverschmutzung und anderen Belastungen leiden. Die gestiegenen Temperaturen verschärfen diese Situation. Das Stadtbild in den Sommermonaten ist vielerorts von abgestorbenen Baumkronen, braunen Blättern und vertrockneten Gehölzen geprägt.

Wir erleben hier und heute, wie der Klimawandel unsere heimischen Gehölze langfristig an ihre Grenzen bringt. An vielen Orten wird das Stadtbild im Sommer immer trauriger: tote Birnenkronen, braune Kastanienblätter oder vertrocknete Hainbuchen.

Um die Vitalität des Stadtgrüns zukünftig zu sichern, ist eine Diversifizierung der Baumbestände erforderlich. Obwohl die Straßenbaumliste der Gartenamtsleiterkonferenz (GALK) über 170 Baumarten und -sorten aufführt, konzentrieren sich die Baumbestände vieler Städte auf wenige Arten. Diese geringe Vielfalt birgt Risiken, falls einzelne Arten durch Hitze oder neue Schädlinge ausfallen.

Wenn unsere Städte auch in Zukunft über gesundes Stadtgrün verfügen sollen, müssen wir auf die gesamte Sortimentsbreite setzen. Trotzdem verteilen sich die Baumbestände der meisten Städte auf lediglich drei oder vier Arten. Wir können nicht in die Zukunft sehen, aber was passiert, wenn eine dieser Arten plötzlich aufgrund von Hitze oder neuartiger Schädlinge ausfällt?

Deutsche Baumschulen arbeiten daher gemeinsam mit Wissenschaftlern an der Entwicklung sogenannter Zukunftsbäume oder Klimabäume. Diese Gehölze sind speziell an zukünftige Umweltbedingungen angepasst. Sie zeichnen sich durch hohe Trockenstresstoleranz, Hitzeresistenz und Frosthärte aus, verbunden mit einer geringen Anfälligkeit für Schädlinge und Krankheiten.

Zu den als geeignet geltenden Zukunftsbäumen zählen unter anderem der Europäische Zürgelbaum (Celtis australis), der Lederhülsenbaum (Gleditsia triacanthos Skyline), der Fächerblattbaum (Ginkgo biloba), die Hopfenbuche (Ostrya carpinifolia) und der Schnurbaum (Sophora japonica). Es wird empfohlen, Monokulturen zu vermeiden und die gesamte Breite der verfügbaren Zukunftsbäume zu nutzen.

Initiative „Grüne Städte für ein nachhaltiges Europa“

Die Kampagne „Grüne Städte für ein nachhaltiges Europa“ wurde vom europäischen Baumschulverband ENA (European Nurserystock Association) ins Leben gerufen. Sie zielt darauf ab, kommunale Entscheidungsträger, Stadtplaner, Landschaftsarchitekten sowie Garten- und Landschaftsbauer für eine nachhaltige Stadtentwicklung zu sensibilisieren. In Deutschland wird die Kampagne vom Bund deutscher Baumschulen (BdB) e.V. durchgeführt. Deutschland ist eines von sieben Teilnehmerländern, zu denen auch Belgien, Bulgarien, Dänemark, Frankreich, Großbritannien und die Niederlande gehören.

29.11.2019

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