NRW: Klimaneutralität durch innovative Energieträger und Technologien
Nordrhein-Westfalen strebt an, bis zum Jahr 2050 treibhausgasneutral zu wirtschaften. Die Notwendigkeit dieser Transformation wurde durch die jüngste Aufforderung des Bundesverfassungsgerichts zur Nachbesserung des Bundes-Klimaschutzgesetzes unterstrichen. Eine zentrale Frage ist, wie dieser Weg gestaltet werden kann, welche Energieträger und Technologien zum Einsatz kommen und wie sich das Land in den kommenden Jahrzehnten entwickeln wird.
Der Thinktank IN4climate.NRW visualisiert diese klimaneutrale Zukunft in einem computeranimierten Video. Der dreieinhalbminütige Film skizziert die Veränderungen, die Nordrhein-Westfalen durch die Energiewende bis 2050 erfahren wird: Das Land soll grüner, sauberer und nachhaltiger werden. Fossile Brennstoffe werden für die Energieerzeugung nicht mehr benötigt. Neben elektrischem Strom wird Wasserstoff als wichtiger Energieträger fungieren. Auch Grundstoffe wie Stahl, Zement oder Glas sollen ohne fossile Energie hergestellt werden können. Dabei entstehende Abgase werden zu Bausteinen für neue, nachhaltige Produkte umgewandelt. Der Ausstoß von klimaschädlichem Kohlendioxid wird minimiert. Wo dies nicht vollständig möglich ist, soll ein Kreislauf den Ausgleich von CO2-Abgabe und -Aufnahme gewährleisten.
Die Rolle der Industrie bei der Energiewende
Die filmische Zukunftsvision verdeutlicht die Bedeutung der energieintensiven Industrie für das Erreichen der Klimaneutralität. In Nordrhein-Westfalen, einem führenden Industrieland, liegt der Anteil der Industrie an den Treibhausgasemissionen bei etwa 23 Prozent. Gleichzeitig sind klimafreundliche Technologie- und Prozessinnovationen aus der Industrie entscheidend, um den Klimaschutz auch in anderen Sektoren wie Verkehr, Energie und Bau voranzutreiben. Unternehmen stehen dabei vor der Herausforderung, hohe Investitionen zu tätigen, ohne ihre Wettbewerbsfähigkeit zu gefährden. Dies erfordert innovative Strategien, Lösungen und geeignete Rahmenbedingungen.
IN4climate.NRW als Plattform und Impulsgeber
Bedeutende Industrieunternehmen haben den Weg zur Klimaneutralität bereits eingeschlagen. Um die notwendigen Voraussetzungen für die Transformation zu schaffen, gründeten sie 2018 gemeinsam mit der Landesregierung und der Wissenschaft die Initiative IN4climate.NRW. Dieser Thinktank vernetzt Expertinnen und Experten aus Industrie, Wissenschaft und Politik. In Arbeitsgruppen werden Ideen und Konzepte zur klimaneutralen Gestaltung von Produktionsprozessen und Wertschöpfungsketten entwickelt. Diskussions- und Ergebnispapiere unterstützen andere Unternehmen und Industriezweige bei der Lösungsfindung. Best-Practice-Beispiele zeigen, dass vielversprechende Verfahren bereits angewendet werden können. Dies unterstreicht, dass der klimaneutrale Umbau ein Motor für neue Industriezweige und zukunftssichere Arbeitsplätze sein kann.
Filmische Darstellung der Zukunftsvision
Die Erkenntnisse von IN4climate.NRW wurden in einer filmischen Vision zusammengefasst. Diese soll aufzeigen, dass das Ziel der Klimaneutralität keine Science-Fiction, sondern eine realisierbare Realität ist. Der Film richtet sich an ein breites Publikum, von Schülern bis zu Wirtschaftsentscheidern, und ist in deutscher und englischer Sprache verfügbar.