Entwicklung der Inflationsrate im Detail
Die Inflationsrate in Deutschland, gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) gegenüber dem Vorjahresmonat, erreichte im März 2022 einen Wert von +7,3 Prozent. Im Februar 2022 lag dieser Wert noch bei +5,1 Prozent. Damit markiert die Inflation im März 2022 einen neuen Höchststand seit der Deutschen Vereinigung.
Ähnlich hohe Inflationsraten wurden im früheren Bundesgebiet zuletzt im Herbst 1981 verzeichnet. Damals waren die Mineralölpreise infolge des Ersten Golfkrieges zwischen dem Irak und dem Iran stark gestiegen. Im Vergleich zum Vormonat Februar 2022 stiegen die Verbraucherpreise im März 2022 sprunghaft um 2,5 Prozent.
Einflussfaktoren auf die Inflationsrate
Lieferengpässe und deutliche Preisanstiege auf vorgelagerten Wirtschaftsstufen beeinflussten die Inflationsrate. Insbesondere Energieprodukte, aber auch andere Waren und Dienstleistungen, verteuerten sich aufgrund der aktuellen Krisensituationen.
Neben der Corona-Pandemie wirkt sich nun der Krieg Russlands gegen die Ukraine deutlich auf die Teuerung in Deutschland aus, insbesondere bei Heizöl, Kraftstoffen und Erdgas sowie einzelnen Nahrungsmitteln.
Energiepreise steigen um 39,5 Prozent
Die Preise für Waren insgesamt erhöhten sich von März 2021 bis März 2022 um 12,3 Prozent. Besonders stark stiegen die Preise für Energieprodukte, die im März 2022 um 39,5 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats lagen. Im Februar 2022 betrug dieser Anstieg noch 22,5 Prozent.
Die Preise für leichtes Heizöl haben sich mit +144,0 Prozent mehr als verdoppelt. Auch Kraftstoffe (+47,4 Prozent) und Erdgas (+41,8 Prozent) verteuerten sich merklich. Weitere Energieprodukte wie feste Brennstoffe (+19,3 Prozent) und Strom (+17,7 Prozent) zeigten ebenfalls deutliche Preisanstiege, die über der Gesamtteuerung lagen.
Der Preisauftrieb bei Energieprodukten wurde durch mehrere Faktoren beeinflusst. Neben krisenbedingten Effekten wirkte sich auch die zu Jahresbeginn gestiegene CO2-Abgabe von 25 Euro auf 30 Euro pro Tonne CO2 aus.
Nahrungsmittel verteuern sich um 6,2 Prozent
Die Preise für Nahrungsmittel stiegen im März 2022 gegenüber dem Vorjahresmonat um 6,2 Prozent. Damit hat sich der Preisauftrieb in diesem Güterbereich verstärkt, nachdem er im Februar 2022 bei +5,3 Prozent lag.
Verbraucher mussten vor allem für Speisefette und Speiseöle (+17,2 Prozent, darunter Sonnenblumenöl, Rapsöl oder Ähnliches: +30,0 Prozent) sowie frisches Gemüse (+14,8 Prozent) mehr bezahlen. Neben Energie und Nahrungsmitteln verteuerten sich auch andere Waren, wie Kaffeeprodukte (+8,9 Prozent) und Fahrzeuge (+8,2 Prozent, darunter gebrauchte Pkw: +23,9 Prozent). Insgesamt stiegen die Preise für Verbrauchsgüter um 16,7 Prozent und für Gebrauchsgüter um 4,3 Prozent.
Inflationsrate ohne Energie und Nahrungsmittel
Der Einfluss der Energiepreise auf die Gesamtteuerungsrate wird deutlich, wenn man die Inflationsrate ohne Berücksichtigung von Energie betrachtet: Im März 2022 betrug diese +3,6 Prozent. Ohne Energie und Nahrungsmittel lag die Inflationsrate bei +3,4 Prozent.
Dienstleistungen steigen um 2,8 Prozent
Die Preise für Dienstleistungen lagen im März 2022 um 2,8 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats und damit unterhalb der Gesamtteuerung. Die Nettokaltmieten, die einen großen Anteil an den Konsumausgaben der privaten Haushalte haben, verteuerten sich um 1,6 Prozent und dämpften somit die Gesamtteuerung.
Preise für Telekommunikation (-1,1 Prozent) sowie für Leistungen sozialer Einrichtungen (-2,6 Prozent) gingen zurück, letztere infolge der Umsetzung der Pflegereform vom Juni 2021. Dagegen erhöhten sich einige Dienstleistungspreise deutlich, beispielsweise für die Wartung und Reparatur von Wohnungen und Wohnhäusern (+10,3 Prozent) sowie von Fahrzeugen (+5,3 Prozent).
Preisanstieg zum Vormonat um 2,5 Prozent
Im Vergleich zum Februar 2022 stieg der Verbraucherpreisindex im März 2022 sprunghaft um 2,5 Prozent. Dies ist hauptsächlich auf die enorm gestiegenen Energiepreise um 16,4 Prozent zurückzuführen. Verbraucher mussten insbesondere für leichtes Heizöl (+69,7 Prozent) und Kraftstoffe (+22,9 Prozent) mehr bezahlen.
Auch die Preisanstiege für andere Energieprodukte fielen deutlich aus, zum Beispiel für Erdgas (+4,7 Prozent) und für Strom (+4,2 Prozent). Die Nahrungsmittelpreise insgesamt zogen im März 2022 mit +0,8 Prozent vergleichsweise gering an. Ein nennenswerter Preisanstieg war bei Bekleidungsartikeln (+5,1 Prozent) zu verzeichnen, die vor allem saisonbedingt teurer wurden.
