Auszeichnung für innovative Dachgestaltung
Der Bundesverband GebäudeGrün e.V. (BuGG) zeichnet jährlich herausragende Projekte im Bereich Gründach, Fassaden- und Innenraumbegrünung aus. Diese Tradition besteht seit 2001, ursprünglich unter dem Vorgängerverband FBB. Mitglieder des BuGG können Objekte einreichen, über die im Rahmen einer Mitgliederversammlung oder Veranstaltung abgestimmt wird.
Die Wahl zum „BuGG-Gründach des Jahres 2021“ erfolgte digital während des online durchgeführten „Bundeskongress Gebäudegrün“. Als Sieger wurde die gestaltete und begehbare Dachbegrünung des Max-Planck-Instituts für Struktur und Dynamik der Materie in Hamburg ausgewählt. Eingereicht wurde das Projekt vom BuGG-Mitglied Landschaftsarchitektur+.
Planung und Ausführung des prämierten Gründachs
Die Landschaftsarchitekten von Landschaftsarchitektur+ waren für die Gründachplanung verantwortlich, während Prof. Mark Krieger von der Ostschweizer Fachhochschule Rapperswil die Pflanzplanung übernahm. Die Hochbauarchitektur verantworteten hammeskrause Architekten aus Stuttgart. Die Ausführung der Dachbegrünung erfolgte durch die Garten- und Landschaftsbau Klaus Hildebrandt GmbH aus Hamburg.
Das Projekt umfasst eine Dachfläche von etwa 3.870 m² auf verschiedenen Ebenen, wovon mehr als die Hälfte, nämlich 2.440 m², begrünt wurde. Die Begrünung ist sowohl als extensive Dachbegrünung als auch als intensive Dachbegrünung (Dachgarten) ausgeführt. Die extensive Begrünung besteht aus einem mehrschichtigen Aufbau mit 4 cm Dränage, Filtervlies und 11 cm Extensivsubstrat. Der begehbare Dachgarten auf den niedrigeren Terrassen und im Mensabereich verfügt über eine 6 cm Kunststoffdränage, Filtervlies, etwa 5-45 cm Untersubstrat (in Bereichen mit Baumpflanzungen) und 35 cm Intensivsubstrat.
Gestaltung und Nutzung des Dachgartens
Die Pflanzenauswahl umfasst Stauden, Gräser und Gehölze. Rampen und Treppen verbinden die verschiedenen Ebenen und ermöglichen eine Durchquerung des Campus auf der Ost-West-Achse. Der Dachgarten dient mit seinen Sitzgelegenheiten entlang geschwungener Wege als Rückzugsfläche und „grüner Verweilort“. Ein Beleuchtungskonzept sorgt für die Nutzbarkeit und eine besondere Atmosphäre auch nach Einbruch der Dunkelheit.
Das prämierte Gründach spiegelt einen Trend wider, den der BuGG in seinem „Marktreport Gebäudegrün 2021“ beschreibt: die Zunahme von Intensivbegrünungen und damit die Nutzung von Dachflächen als Freizeit- und Wohnraum. Im Jahr 2020 machten Intensivbegrünungen bereits 18 Prozent der begrünten Dachflächen in Deutschland aus.
Projektdetails
- Objekt: Dachbegrünung, Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie, Hamburg
- Baujahr: 2021
- Flächengröße Dachbegrünung: 3.210 m²
- Bauherr: Max-Planck-Gesellschaft, Hamburg
- Architekt: Architekturbüro hammeskrause architekten, Stuttgart
- Pflanzplanung: Prof. Mark Krieger, OST Rapperswil
- Landschaftsarchitekt: Landschaftsarchitektur+, Hamburg
- Begrünungsaufbau: Extensive Dachbegrünung in 3-schichtiger Bauweise und intensive Dachbegrünung in 4-schichtiger Bauweise
- Gründachsystem: Optigrün international AG
- Ausführender Betrieb: Garten- und Landschaftsbau Klaus Hildebrandt GmbH, Hamburg

