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Inflationsrate im November 2020 bei -0,3 Prozent

Die Inflationsrate in Deutschland lag im November 2020 bei -0,3 Prozent. Dies war der vierte negative Wert in diesem Jahr, wobei sich der Preisrückgang gegenüber Oktober 2020 leicht verstärkte. Die Mehrwertsteuersenkung beeinflusste die Preisentwicklung maßgeblich.

Hintergründe zur Preisentwicklung im November 2020

Die Inflationsrate in Deutschland lag im November 2020 bei -0,3 Prozent, gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat. Dies war der vierte negative Wert in diesem Jahr, wobei sich der Preisrückgang gegenüber Oktober 2020 (-0,2 Prozent) leicht verstärkte. Eine derart niedrige Inflationsrate wurde zuletzt im Januar 2015 verzeichnet. Im Vergleich zum Vormonat Oktober 2020 sanken die Verbraucherpreise deutlich um 0,8 Prozent.

Mehrwertsteuersenkung beeinflusst Preisentwicklung

Ein wesentlicher Faktor für die negative Inflationsrate war die temporäre Senkung der Mehrwertsteuersätze. Diese Maßnahme des Konjunkturpakets der Bundesregierung, die am 1. Juli 2020 in Kraft trat, wirkte sich seitdem dämpfend auf die Verbraucherpreise im Vorjahresvergleich aus.

Warenpreise sinken um 1,8 Prozent, Energiepreise maßgeblich

Insgesamt verbilligten sich Waren von November 2019 bis November 2020 um 1,8 Prozent. Hauptursächlich hierfür waren die Preisrückgänge bei Energieprodukten um 7,7 Prozent, eine Verstärkung gegenüber Oktober 2020 (-6,8 Prozent). Besonders die Preise für Heizöl (-35,1 Prozent) und Kraftstoffe (-13,1 Prozent) sanken im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Demgegenüber erhöhten sich die Preise für Nahrungsmittel binnen Jahresfrist um 1,4 Prozent. Hier waren vor allem Fleisch und Fleischwaren (+3,9 Prozent) sowie Obst (+3,7 Prozent) teurer, während Speisefette und Speiseöle (-3,8 Prozent) günstiger wurden. Auch einige Gebrauchsgüter wie Telefone (-6,7 Prozent) und Geräte der Unterhaltungselektronik (-4,5 Prozent) waren deutlich günstiger.

Inflationsrate ohne Energieprodukte bei +0,6 Prozent

Die erheblichen Preisrückgänge bei Energieprodukten wirkten sich dämpfend auf die Gesamtinflationsrate aus. Ohne Berücksichtigung der Energiepreise hätte die Inflationsrate im November 2020 bei +0,6 Prozent gelegen.

Dienstleistungen verteuern sich um 1,1 Prozent

Die Preise für Dienstleistungen insgesamt stiegen im November 2020 gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,1 Prozent. Maßgeblich hierfür war die Erhöhung der Nettokaltmieten um +1,4 Prozent, da diese einen großen Anteil an den Konsumausgaben privater Haushalte ausmachen.

Stärkere Preisanstiege gab es bei Leistungen mit geringerer Bedeutung, wie dem Entgelt für Glücksspiel (+13,7 Prozent), Sparkassen- und Bankgebühren (+6,7 Prozent) oder Leistungen der häuslichen Pflege (+6,5 Prozent). Im Gegensatz dazu wurden Fahrkarten im Fernverkehr erheblich günstiger (-17,5 Prozent), hauptsächlich bedingt durch die bereits seit Jahresbeginn abgesenkte Mehrwertsteuer für Bahnfernfahrten von 19 Prozent auf 7 Prozent.

Sinkende Kraftstoffpreise im Vormonatsvergleich

Im Vergleich zum Oktober 2020 sank der Verbraucherpreisindex im November 2020 insgesamt um 0,8 Prozent. Verbraucher zahlten insbesondere weniger für Kraftstoffe (-2,8 Prozent, darunter Superbenzin: -3,7 Prozent). Die Preise für Energieprodukte gingen insgesamt um 1,0 Prozent zurück. Nahrungsmittel hingegen wurden im November 2020 teurer (+0,5 Prozent), wobei saisonbedingt die Preise für Gemüse (+3,0 Prozent) binnen Monatsfrist stiegen.

11.12.2020

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