Bauwerksbegrünung, Die Grüne Stadt, Spezielle Arbeitsgebiete

Erfolgreiches FBB-Symposium beleuchtet Vielfalt der Fassadenbegrünung

Das 5. Internationale FBB-Fassadenbegrünungssymposium in Frankfurt war ein voller Erfolg und wurde von rund 80 Teilnehmern mit Bestnoten bewertet. Die Veranstaltung bot ein umfassendes Programm zu aktuellen Entwicklungen und Forschungsergebnissen im Bereich der Fassadenbegrünung.

Einblicke in Forschung und Praxis der Fassadenbegrünung

Das 5. Internationale FBB-Fassadenbegrünungssymposium, das Ende Oktober in Frankfurt stattfand, wurde von rund 80 Teilnehmern mit großem Zuspruch und der Note 1,7 bewertet. Die Veranstaltung, organisiert von der Fachvereinigung Bauwerksbegrünung e.V. (FBB) in Zusammenarbeit mit der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e.V. (FLL) und dem Bundesverband Garten-, Landschaft- und Sportplatzbau e.V. (BGL), bot ein umfassendes Programm zu aktuellen Entwicklungen und Forschungsergebnissen im Bereich der Fassadenbegrünung.

Dr. Gunter Mann, Präsident der FBB, zeigte sich sehr zufrieden mit dem reibungslosen Ablauf und der hohen Zufriedenheit der Teilnehmer, die bis zum Schluss anwesend waren.

Forschungsergebnisse und Praxisbeispiele

Insgesamt 13 Experten präsentierten in sechs Themenblöcken und zwölf Vorträgen verschiedene Aspekte begrünter Fassaden. Daniel Kaiser von der Hochschule Neubrandenburg stellte vergleichende Untersuchungen zu Lärmadsorption, Bewässerung und Vegetationsentwicklung an unterschiedlichen Fassadenbegrünungssystemen vor. Dabei wurde eine durchschnittliche Schallreduktion von 5 dB bei einem Schalldruck von 83 dB im Vergleich zu herkömmlichen Fassadenmaterialien wie Klinker, Holz und Glas festgestellt.

Bernhard Scharf von der Universität für Bodenkultur Wien berichtete über die Ergebnisse des Forschungsprojekts GrünStadtKlima nach einem Versuchsjahr. Ein Zwischenergebnis ist, dass alle wandgebundenen Systeme das Mikroklima im Vergleich zu Putz- und Efeufassaden verbessern. Vera Enzi vom österreichischen Verband für Bauwerksbegrünung e.V. (VfB) informierte über einen in Wien in Arbeit befindlichen Leitfaden zur Fassadenbegrünung, der Begriffe, Planungsgrundlagen und Praxisbeispiele umfasst.

Konstruktive und technische Aspekte

Gert Moegenburg vom FASSADEN-KOLLEG Leipzig, Marburg, Berlin beleuchtete konstruktive und bauphysikalische Besonderheiten bei wandgebundenen Fassadenbegrünungen als vorgehängte, hinterlüftete Fassade. Er wies auf die Notwendigkeit bauaufsichtlicher Zulassungen sowie die Beachtung von Wärmebrücken, Windlasten, Blitz- und Brandschutzvorgaben hin. Gerhard Bambach von bambach GbR, tensio-technik, Geisenheim, referierte über die Messung und Steuerung von Feuchtigkeit in Grünen Wänden. Er betonte die Komplexität solcher Systeme und die Bedeutung der richtigen Sensorenwahl für eine effektive Aufgabenerfüllung und praktische Handhabung.

Reiner Götz, Präsident des Fachverbands für Bewässerung, Verregnung und Verdunstung e.V. (FBVV), stellte Bewässerungsstrategien für wandgebundene Fassadenbegrünungen vor. Sein Motto "Wasser sparen – Wasser verwenden – Wasser nutzen" unterstrich die Bedeutung einer effizienten Wasserversorgung. Er hob hervor, dass Fassadenbegrünungen durch Evapotranspiration erhebliche Temperaturreduktionen bewirken können, sofern ausreichend Wasser für die Verdunstung zur Verfügung steht.

Pflanzenauswahl und innovative Systeme

Konrad Ben Köthner, Freier Landschaftsarchitekt und Vize-Präsident der FBB, präsentierte eine erste Diskussionsgrundlage zur Pflanzenauswahl für wandgebundene Fassadenbegrünungen im deutschsprachigen Raum. Konkrete Pflanzenlisten werden von der zuständigen FBB-Projektgruppe Ende des Jahres erwartet. Angelika Eppel-Hotz von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau zeigte ein erweitertes Pflanzensortiment für bodengebundene Fassadenbegrünungen, darunter Arten wie Akebia quinata, Periploca graeca, Vitis amurensis, Lonicera japonica und Menispermum.

Dr. Matthias Jenny, Direktor des Palmengartens Frankfurt a.M., stellte die gemeinsam mit der FBB gestartete Machbarkeitsstudie zur Begrünung der Lärmschutzwand des Palmengartens vor. Ziel ist es, die am besten geeigneten wandgebundenen Fassadenbegrünungssysteme für die klimatischen Bedingungen am Standort zu ermitteln. Die Ergebnisse der Studie werden Mitte 2014 erwartet.

Stefan Brandhorst von Vertiko GmbH und Michael Siemsen von Siemsen & Lasak Vegetationssysteme GbR berichteten über Aufbau, Funktion und Praxisbeispiele von Mooswänden. Sie erklärten, dass ekto-hydrische Xerophyten am besten für die vertikale Anwendung von Moosmatten geeignet sind und nur weiches Wasser zur Bewässerung verwendet werden sollte. Moose fungieren als Feinstaubfilter, Wasserspeicher und Luftbefeuchter.

Ein besonderes Highlight war der Vortrag von Cornelius Schneider von Arup Deutschland GmbH Berlin über Algen-Fassaden zur Energieerzeugung. Durch die Entwicklung von Plattenbioreaktoren konnte ein Durchbruch bei der wirtschaftlichen Zucht und Verwertung von Mikroalgen erzielt werden. Die entstehende Biomasse wird geerntet, wobei ein Quadratmeter Reaktorfläche im Jahresmittel bis zu 15 g Trockenmasse pro Quadratmeter und Tag produziert, was 2,7 m³ Methan entspricht.

Zum Abschluss präsentierte Dr.-Ing. Ferdinand Ludwig von der Universität Stuttgart den Platanenkubus, ein baubotanisches Projekt der Landesgartenschau Nagold. Die in der Baubotanik entwickelten Techniken ermöglichen eine neue Art der Fassadenbegrünung mit Bäumen. Diese können über die ursprünglich begrünte Fläche hinauswachsen, ein größeres Laubvolumen erzeugen und zur Schaffung eines Dachgartens beitragen, indem sie die Eigenschaften fassaden- und bodengebundener Begrünungen kombinieren.

Das Symposium wurde von den FBB-Mitgliedern Ecorain, Optigrün, Kuberski Verlag, Vertiko und 90Degreen unterstützt.

20.11.2012

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