Naturschutz

Auenprojekte: Schutz der biologischen Vielfalt und Hochwasservorsorge

Ein neues Auenprojekt an der Elbe wird mit 2,8 Millionen Euro gefördert, um die biologische Vielfalt zu schützen und die Hochwasservorsorge zu verbessern. Das Projekt soll natürliche Auenwälder wiederherstellen und Flüssen mehr Überflutungsraum verschaffen.

Förderung und Ziele der Auenentwicklung

Die Erhaltung und Entwicklung von Auenlebensräumen ist für die biologische Vielfalt von zentraler Bedeutung. Ein neues Auenprojekt an der Elbe wird in den kommenden fünf Jahren mit 2,8 Millionen Euro aus dem Bundesprogramm Biologische Vielfalt gefördert. Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) begleitet dieses Naturschutzprojekt fachlich.

Die Bundesregierung verfolgt mit der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt das Ziel, natürliche Auenwälder wiederherzustellen und den Flüssen bis 2020 zehn Prozent mehr Überflutungsraum zu verschaffen. Das Projekt an der Mittelelbe soll zur Erreichung dieser Ziele beitragen.

Die Deichrückverlegung in der Lenzener Ebtalaue in Brandenburg, mit der 420 ha naturnahe Auenflächen zurück gewonnen wurden, ist ein gutes Beispiel dafür, dass Naturschutz und Hochwasservorsorge gut zusammenpassen und die Anforderungen der Schifffahrt auf der Elbe berücksichtigen.

Intakte Auen dienen auch als Rückhalteflächen für den Hochwasserabfluss und haben eine ökonomische Bedeutung. Zudem spielen sie als Erholungslandschaft eine wichtige Rolle für den Menschen.

Mit dem Projekt wird die Bedeutung der Auenwälder für den Schutz der biologischen Vielfalt herausgestellt und gezeigt, dass sich gemeinsame Anstrengungen zur Renaturierung der Flusslandschaften lohnen.

Der Fördermittelbescheid für das Projekt "Auenentwicklung und Auenverbund an der Unteren Mittelelbe" wurde dem Trägerverbund Burg Lenzen e.V. übergeben. Der Projektträger setzt das Vorhaben in Kooperation mit dem BUND Bundesverband, dem WWF-Aueninstitut im KIT (Karlsruher Institut für Technologie), der TU Berlin sowie den Biosphärenreservatsverwaltungen in Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Niedersachsen um.

Modellhafte Auenentwicklung im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe

Ein zentraler Inhalt des Projektes ist die Entwicklung eines modellhaften, großräumigen Auenbiotopverbundes in einem ausgewählten Abschnitt des UNESCO-Biosphärenreservates Flusslandschaft Elbe zwischen Niedersachsen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Im Projektverlauf werden die Veränderungen der Ökosystemleistungen erfasst und bewertet, die durch die Maßnahmen verbessert werden.

Im Rahmen des Projektes wird ein bundesweit bedeutsames Leuchtturmprojekt zur Auenrenaturierung in der Hohen Garbe (Sachsen-Anhalt) realisiert. Auf etwa 420 Hektar werden Initialmaßnahmen zur Wiederherstellung einer naturnahen Auendynamik, zur Sicherung einer natürlichen Auenwaldentwicklung und zur Entwicklung auentypischer Gewässer- und Grünlandbiotope umgesetzt. Dies schafft neuen Lebensraum für seltene und bedrohte Tier- und Pflanzenarten der Auenlandschaft und stärkt die vielfältigen Ökosystemleistungen der Aue.

Zu den Ökosystemleistungen gehören die Selbstreinigung der Gewässer, deren Funktion als Wasserspeicher, die CO2-Bindungsfunktion und die Erholungsfunktion. Die Erhaltung und Renaturierung von Auenlebensräumen sind Kernziele der Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt, da nur noch zehn Prozent der Auen in Deutschland ökologisch funktionsfähig sind. Insbesondere die Auenwälder zählen zu den am stärksten bedrohten Ökosystemen Mitteleuropas.

Bundesprogramm Biologische Vielfalt

Die Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt wird seit 2011 durch das Bundesprogramm Biologische Vielfalt unterstützt. Gefördert werden Vorhaben, denen im Rahmen der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt eine gesamtstaatlich repräsentative Bedeutung zukommt oder die diese Strategie in besonders beispielhafter Weise umsetzen.

Die geförderten Maßnahmen sollen dazu beitragen, den Rückgang der biologischen Vielfalt in Deutschland zu stoppen und mittel- bis langfristig in einen positiven Trend umzukehren. Sie dienen dem Schutz und der nachhaltigen Nutzung sowie der Entwicklung der biologischen Vielfalt und gehen über die rechtlich geforderten Standards hinaus. Akzeptanzbildende Maßnahmen der Information und Kommunikation tragen dazu bei, das gesellschaftliche Bewusstsein für die biologische Vielfalt zu stärken.

Die Notwendigkeit, den Flüssen wieder mehr Raum zu geben und Auen naturnah zu entwickeln, verdeutlichen die Ergebnisse des Auenzustandsberichtes des Bundesumweltministeriums und des Bundesamtes für Naturschutz.

20.11.2012

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