Naturschutz

Internationaler Tag des Waldes: NABU und BMZ intensivieren Waldschutz

Anlässlich des Internationalen Tages des Waldes verstärken NABU und BMZ ihre Zusammenarbeit im Waldschutz. Wälder sind essenziell als Kohlenstoffspeicher, Lebensraum und Ressource für Milliarden Menschen. Die Partner unterzeichnen die „Kompetenzpartnerschaft Natur“ und arbeiten am Legacy Landscapes Fund.

Gemeinsame Anstrengungen für globale Waldökosysteme

Anlässlich des Internationalen Tages des Waldes haben der NABU und das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) eine verstärkte Zusammenarbeit im Bereich des Waldschutzes angekündigt. Wälder dienen nicht nur als Kohlenstoffspeicher und Lebensraum für bedrohte Arten, sondern sind auch für über eine Milliarde Menschen weltweit eine überlebenswichtige Ressource, beispielsweise für Nahrung, Brennstoffe, Baumaterialien und Heilpflanzen.

Der NABU kooperiert bereits mit dem BMZ zum Schutz der Bergnebelwälder im äthiopischen Kafa-Biosphärenreservat. Dort konnte die nachhaltige Bewirtschaftung von 10.000 Hektar Wald langfristig gesichert werden. Zur Intensivierung dieser Zusammenarbeit haben der NABU, die NABU International Naturschutzstiftung und das Bundesentwicklungsministerium die „Kompetenzpartnerschaft Natur“ unterzeichnet. Zudem arbeiten der NABU und das BMZ beim neu gegründeten Legacy Landscapes Fund zusammen, der privates Kapital für den Naturschutz mobilisieren soll.

Der NABU und das BMZ verbindet das gemeinsame Ziel, die Natur und Umwelt zu schützen und eine nachhaltige Entwicklung voranzubringen. Saubere Luft, reines Wasser, fruchtbare Böden, eine reiche Artenvielfalt, ein intaktes Klima – all das ist wichtiges Naturkapital. Wo dieses Kapital zerstört wird, leiden die Ärmsten der Welt am meisten. Natur zu schützen, ist eine Frage der globalen Gerechtigkeit.

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller betonte die Dringlichkeit des Waldschutzes. In den letzten 30 Jahren gingen 420 Millionen Hektar Wald verloren, was fast der Fläche der EU entspricht. Jährlich verschwinden rund zehn Millionen Hektar Wald, was fast einem Drittel der Fläche Deutschlands gleichkommt. Weltweit wird alle vier Sekunden die Fläche eines Fußballfeldes abgeholzt, hauptsächlich für Soja- und Palmölplantagen.

Wir brauchen endlich eine streng überwachte Zertifizierung und ein Importverbot für Soja, das auf gerodeten Waldflächen angebaut wurde. Es dürfen keine Regenwälder für den Anbau von Soja und Palmöl brennen. Die Biodiversitätskonferenz dieses Jahr in China muss grundsätzlich eine Trendwende einleiten: Wir brauchen ein ‚Paris Abkommen‘ für den Artenschutz. Denn Wälder sind auch Lebensräume: Weltweit leben 300 Millionen Menschen von und mit dem Wald. Sie bieten drei Vierteln aller Tier- und Pflanzenarten auf der Erde eine Heimat. Dieses Welterbe müssen wir konsequent schützen.

Der NABU hat mit finanzieller Unterstützung des BMZ bereits mehrere Projekte umgesetzt. Dazu gehört das Projekt „Forests for Future“ im Südwesten Äthiopiens, wo drei große Bergnebel- und Regenwaldgebiete in Zusammenarbeit mit lokalen Gemeinden und Behörden wiederhergestellt werden. Im gemeindebasierten Schutzgebiet Mahavavy-Kinkony auf Madagaskar konnte der NABU durch die Einrichtung von Brandschneisen und Aufklärung der Bevölkerung Waldbrände um fast 20 Prozent reduzieren. Auch Kampagnen zu den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs) wurden gemeinsam durchgeführt.

Zukünftig planen die Partner eine strategische Zusammenarbeit in den Bereichen internationaler Naturschutz, Klimaanpassung und nachhaltige Regionalentwicklung. Sie wollen Projekte entwickeln und sowohl in den Partnerländern vor Ort als auch in Deutschland das Bewusstsein für notwendige Naturschutz- und Nachhaltigkeitsmaßnahmen schärfen. Der Tag des Waldes wurde in den 1970er Jahren von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) ins Leben gerufen, um auf die globale Waldzerstörung aufmerksam zu machen.

21.03.2021

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