Hintergrund und Bedeutung des Weltwassertages
Anlässlich des Weltwassertages am 23. März ruft Bundesumweltministerin Svenja Schulze zu einem weltweiten Dialog über die Zukunft der Wasserversorgung auf. Aktuelle Daten der Vereinten Nationen zeigen, dass das Ziel einer sicheren Wasserversorgung für alle Menschen ohne zusätzliche Anstrengungen voraussichtlich verfehlt wird, was auf eine globale Wasserkrise hindeutet.
Die Bundesregierung setzt sich für ein stärkeres Engagement der Vereinten Nationen ein und hat den Dialogprozess „Bonn 2021 – Water Dialogue for Results“ initiiert. Dieser soll am 1. Juli 2021 in einer internationalen Ministerkonferenz münden. Ziel ist ein abgestimmtes Vorgehen zur schnelleren Umsetzung der wasserbezogenen Ziele der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung. Die Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York führte hierzu bereits am 18. März 2021 einen hochrangigen Austausch zwischen Mitgliedsstaaten, internationalen Organisationen und der Zivilgesellschaft durch.
Beim Wasser gerät die Weltgemeinschaft zunehmend in eine Situation der Extreme. Der Wasserbedarf steigt weltweit an. Parallel dazu führt der Klimawandel in vielen Regionen zu längeren Dürren. Fast ein Drittel der Menschheit hat immer noch keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Umso mehr brauchen wir ein koordiniertes Vorgehen, um eine globale Wasserkrise zu verhindern. Wasser ist unsere Lebensgrundlage. Ohne eine sichere Versorgung mit sauberem Wasser können wir weder eine gute Gesundheitsversorgung aufrechterhalten, noch für den Schutz artenreicher Natur- und Landschaftsräume sorgen. Daher gilt es jetzt rasch zu handeln.
Derzeit haben 2,2 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sauberem und durchgängig verfügbarem Trinkwasser. Zudem können 4,2 Milliarden Menschen keine sicheren Sanitäranlagen nutzen.
Der diesjährige internationale Weltwassertag konzentriert sich auf die „Wasser- und Sanitärversorgung für alle“, wie es im sechsten Nachhaltigkeitsziel der Agenda 2030 formuliert ist. Dieses Ziel kann nur erreicht werden, wenn ein universelles Verständnis für den Wert des Wassers entwickelt wird. Der globale Wasserverbrauch hat sich in den letzten 100 Jahren versechsfacht und steigt jährlich um etwa 1 Prozent, bedingt durch wachsende Wirtschaft und Weltbevölkerung.
Der Klimawandel verstärkt die Unsicherheit bei der Wasserverfügbarkeit und führt zu einer Zunahme von Extremereignissen wie Dürren und Hochwasser. Die Verschmutzung von Gewässern und Grundwasservorkommen erschwert deren Nutzung für die Versorgung. Dies führt zu Nutzungskonkurrenzen und -konflikten, wodurch die Benachteiligung bestimmter Bevölkerungsgruppen beim Zugang zu Wasser- und Sanitärversorgung zunimmt.
Vor diesem Hintergrund rief die Generalversammlung der Vereinten Nationen 2016 die Wasserdekade (2018–2028) aus, um Initiativen zur Umsetzung des Wasserziels der Agenda 2030 zu fördern. Im Jahr 2023 wird eine UN-Konferenz eine Halbzeitbilanz der Wasserdekade und der Zielumsetzung ziehen. Dies wird die zweite Konferenz in der Geschichte der Vereinten Nationen sein, die sich spezifisch mit dem Thema Wasser befasst, nach 46 Jahren.
Das Bundesumweltministerium (BMU) unterstützt im Namen der Bundesregierung die Vereinten Nationen bei der Ausrichtung der Konferenz und hat den internationalen Wasserdialog „Water Dialogues for Results“ ins Leben gerufen. Dieser findet von Februar bis Juli 2021 statt, gemeinsam mit UN-Mitgliedsstaaten aus allen Weltregionen sowie UN-organisierten Gruppen (Wissenschaft, Wirtschaft, Kommunen, indigene Völker, Frauen, Jugend).
In einer Reihe von fachlichen und regionalen Foren soll erarbeitet werden, welche Maßnahmen global für die Sicherung einer nachhaltigen Wasserversorgung und des Menschenrechts auf Wasser erforderlich sind. Die Ergebnisse fließen in die „Bonn 2021-Konferenz: Water Dialogues for Results“ ein, die am 1. Juli 2021 als offizielle Vorbereitungskonferenz zur Halbzeit der Wasserdekade stattfindet. Ziel der deutschen Vorbereitungskonferenz ist die Verabschiedung konkreter Handlungsempfehlungen.
