Messen und Veranstaltungen

Inventa 2016: Garten- und Landschaftsbau präsentiert sich in Karlsruhe

Die Inventa 2016 in Karlsruhe zeigte aktuelle Trends im Garten- und Landschaftsbau. Trotz gesunkener Besucherzahlen gab es großes Interesse an professionell gestalteten Gärten. Die schönsten Showgärten wurden prämiert und Aussteller zogen eine gemischte Bilanz.

Messe-Highlights und Besucherresonanz

Die Messe Inventa in Karlsruhe präsentierte vom 16. bis 20. März 2016 aktuelle Trends im Garten- und Landschaftsbau. Die ausgestellten Showgärten zogen dabei ein hohes Besucherinteresse auf sich. Reiner Bierig, Geschäftsführer des Verbands Garten- und Landschaftbau Baden-Württemberg e.V. (VGL), hob hervor, dass das Interesse an professionell gestalteten Gärten ungebrochen sei. Viele Gespräche mit Garten- und Landschaftsbauern könnten zu neuen Aufträgen führen.

Die Besucherzahlen der Inventa sanken im Vergleich zum Vorjahr um über 10 Prozent auf 31.000. Dies könnte am späten Messezeitpunkt gelegen haben, der auch für das Folgejahr beibehalten werden soll, so Bierig.

Prämierung der Schaugärten

Am Vorabend der offiziellen Messeeröffnung wurden die schönsten Showgärten prämiert. Eine Fachjury, bestehend aus Elke Ukas (Garten- und Landschaftsarchitektin BDLA), Isabell Landskron (Gartenbauamt Karlsruhe), Markus Zeiler (Parkleiter Insel Mainau), Horst Mager (SWR „Grünzeug“) und Erhard Schollenberger (Vorstandsmitglied VGL), bewertete die Beiträge.

Den ersten Platz belegte der Garten „Draußen arbeiten“ der Firma Roland Mockler aus Weingarten. Die Jury lobte das stimmige Gesamtkonzept, das Büroarbeit im Freien ermöglichte. Die Kombination aus Holzstämmen, Natursteinen und Waldstauden schuf einen harmonischen Waldgarten.

Der zweite Preis ging an die Graswerkstatt aus Malsch für ihren Garten „Blickfang“. Die Jury hob die detaillierte Gartenkonzeption und Pflanzenverwendung hervor, die ein besonderes Raumgefühl erzeugte. Eine dunkle Holzsitzgruppe ergänzte die gärtnerische Arbeit zu einem erholsamen Gartenraum.

Der dritte Platz wurde an Thomas Knebel aus Pfinztal für seinen Garten vergeben. Hier überzeugten Idee und Umsetzung, insbesondere der innovative Einsatz von einfachem Betonstein in einem kleinen Garten mit begrenztem Budget. Das Publikum wählte den Garten „The Walk“ der Firma Björn Ewald aus Karlsruhe zu seinem Favoriten.

Rückmeldungen der Aussteller

Katja und Stefan Becker von der Graswerkstatt berichteten von vielen positiven Gesprächen mit potenziellen Kunden. Sie bewerteten die Inventa als gute Präsentationsplattform, merkten jedoch einen qualitativen Rückschritt bei den Ausstellungsbeiträgen und Besucherzahlen an. Die Frequenz am Stand sei geringer als im Vorjahr gewesen, die Qualität der Gespräche jedoch gut.

Roland Mockler vermisste ebenfalls die hohe Nachfrage, führte aber konkrete Gespräche, deren Anfragen bereits bearbeitet werden. Er betonte, dass solche Kontakte oft langfristig wirken. Roland und Danny Mockler äußerten Bedenken hinsichtlich des Fortbestands der Inventa als Gartenmesse aufgrund des spürbaren Besucherrückgangs. Sie wünschten sich mehr hochwertige Beiträge und Zubehörprodukte und schlugen einen zweijährigen Messerythmus vor.

Die Firma Ewald zeigte sich zufrieden mit der positiven Resonanz des Publikums auf ihren Showgarten. Eine erneute Teilnahme im nächsten Jahr sei noch offen, da der neue Messetermin mitten in der Saison liege und der Erfolg der akquirierten Kundengespräche abgewartet werden müsse, so Björn Ewald.

Die prämierten Gärten im Detail

„Draußen arbeiten“

Der Garten der Firma Mockler aus Weingarten inszenierte eine Waldlichtung als modernen Arbeitsplatz im Grünen. Er verband Büroarbeit mit der Natur durch Elemente wie Moos zwischen Sandsteinplatten und einen Waldboden, der die Ränder verschwimmen ließ. Natürliche Sitzmöglichkeiten aus Baumstämmen und ein Holzunterstand ergänzten das Konzept. Helle Holzhackschnitzel führten zu einem Treffpunkt auf der Lichtung, umgeben von großen Baumstämmen.

„Blickfang“

Die Graswerkstatt aus Malsch präsentierte einen Garten, der durch seine Details und Pflanzenverwendung ein besonderes Raumgefühl erzeugte. Ein Weg aus Betonplatten in Holzoptik führte in den Gartenraum. Eine kohlschwarze Shou Sugi Ban-Sitzgruppe, ein Eigenentwurf der Graswerkstatt, bildete einen Kontrast zu den Grüntönen der Pflanzen. Bilderrahmen in verschiedenen Höhen boten wechselnde Perspektiven auf die Gartenmotive.

„Wolkengucker – Die Gedanken sind frei“

Thomas Knebel aus Pfinztal schuf einen Erholungsraum, der zur Entspannung einlud. Er verzichtete auf aufwendige Materialien und Bauweisen und setzte auf eine skizzenhafte Gestaltung mit einfachen Mitteln. Verschiedene Grüntöne, Blattstrukturen und Wuchsformen der Pflanzen, kombiniert mit Natursteinfindlingen, Schachtringen, Kunstrasen und einem Wasserspiel, schufen eine authentische Gartenstimmung. Sitzkissen luden dazu ein, das Wolkenspiel aus Luftballons zu beobachten.

„The Walk“ – Weg zur Entspannung

Der Garten der Firma Ewald aus Karlsruhe zeigte einen Weg zur Entspannung im Grünen. Eine offene Feuerstelle, eine Holzveranda und ein kleiner Wasserfall aus einer Natursteinmauer prägten den Bereich. Die Mauer grenzte einen SPA-Bereich mit einer Vintage-Badewanne ab. Gräser, Stauden und blühende Kirschbäume säumten einen Weg am See, in dessen Mitte eine mit einer Kiefer bepflanzte Insel lag.

Weitere Ausstellungsbeiträge

Der Verband Garten- und Landschaftbau Baden-Württemberg e.V. präsentierte unter dem Titel „Terrassengärten für Entdecker“ verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten. Vier Terrassenideen gruppierten sich um einen rautenförmigen Platz aus anthrazitfarbenen Betonsteinplatten, umgeben von Sitzmauern aus Muschelkalk. Zwei Blockstufen führten zu unterschiedlichen Terrassengestaltungen aus Holz, Natur- oder Betonstein. Erhöhte Sitzplätze ermöglichten einen Überblick über die Gesamtgestaltung.

Der regionale Azubi-Wettbewerb „Garten-Live“ fand auf einer Fläche gegenüber dem Verbandsstand statt. Hier konnten Besucher die Vielseitigkeit des Berufs erleben, indem sie den Jugendlichen beim Plattenverlegen, Mauern bauen, Pflastern und Anlegen von Pflanzungen zusahen. Die Jugendlichen erhielten Eintrittskarten für das Musikfestival „DAS FEST“ und Kinogutscheine für ihren Einsatz. Die Idee für diesen Verbandsbeitrag stammte von Landschaftsarchitekt Michael Epple. Der VGL-Garten wurde von Azubis der Region unter der Bauleitung von Markus Mohr und Clemens Ring gebaut.

25.03.2016

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